Protokoll vom 11.05.2017

Protokollant: Paula Euler

Thema der Stunde: Die Phasen der Verwandlung

Zu Beginn der Stunde vom 11.05.2017 greifen wir nocheinmal die erste (ein wenig veränderte) These der Stunde vom 08.05.2017 auf:

Gregor entwickelt sich im Verlauf des Romans, indem er stärker durch seine Triebe (das ES) gesteuert wird und sich zunehmend von seinem  ÜBER-ICH befreit.

Aus dieser These entnehmen wir, dass Gregor sich in dem Roman in einer Entwicklung befindet, in der seine Triebe immer stärker dominieren. Diese Entwicklung kann man auch die Phasen der Verwandlung nennen, die in dem Roman durch eine inhaltliche Strucktur (den drei Kapiteln) unterteilt sind und dadurch deutlich werden.

Um diese Phasen herausarbeiten zu können, überlegen wir uns Überschriften für die Kaitel.

I.   Die körperliche Verwandlung

→In diesem Kapitel wird die Verwandlung entdeckt. Die Verwandlung ist hier jedoch erstmal nur körperlich, da Gregor noch zu sehr an seinem alten Ich festhält. Er ist immer noch der Selbe, im Körper eines Käfers gefangen.

Beispiele:

  • S. 5 → Gregor will sich nicht von seinen Gewonheiten trennen (Er will unbedingt auf der Seite schlafen, obwohl er bemerkt, dass dies nun nicht mehr geht)
  • S. 6 → Gregor denkt trotz der Verwandlung weiterhin nur daran, arbeiten zu gehen
  • S. 13 → Gregor sieht die Verwandlung nur als kleines Problem an, für das es schnell eine Lösung geben wird
  • S. 18 → Gregor ist bereit, um arbeiten zu gehen, obwohl er sich in einen Käfer verwandelt hat. Er ist noch komplett in seinem alten Leben und ignoriert seine Situation.
  • S. 21 → Gregor will, obwohl er eigentlich weiß, dass er es nicht kann, der Mutter helfen.

II. Spannungsfeld Körper – menschl. Ich

→In diesem Kapitel versuchen Gregor und seine Familie sich an die Situation anzupassen. Es müssen einige Änderungen auftreten, um die neue situation zu überstehen. Gregor will die Beziehung aufrecht erhalten und macht sich Sorgen um sie, da er seine Familie nun nicht mehr finanziell unterstützen kann. Außerdem beginnen Samsas Triebe immer mehr zu dominieren.

III. Verfall des menschl. Ichs bis zu Gregors Tod

In diesem Kapitel verwarlost Gregors menschl. Seite und er wendet sich immer mehr von ihr ab. Der Prozess der Verwandlung findet hier ein Ende. (Auch die familiäre Situation wandelt sich ⇒ z.B. der Vater übernimmt wieder die Rolle des Oberhaupts und Hauptverdieners in der Familie.) Die Szene mit dem Apfel ist eine Schlüsselszene des Romans, in der der Prozess des Verfalls durch das Verfaulen des Apfels in Gregors Rücken verglichen werden kann. Zudem wird am Ende des Romans der Aspekt der Vereinsamung und dem anchließenden Tod Gregors angesprochen.

Dazu haben wir noch eine vierte Phase hinzugefügt, die nach Gregors Tod beginnt und nicht in einem eigenen Kapitel beschrieben wird:

IV. Neues Leben der Familie Samsa nach Gregors Tod

→Aus diesem Kapitel lässt sich schließen, dass Kafka die Vorstellung hatte, dass auch seine Familie nach seinem Tod froh gewesen wäre.

Anschließend bearbeiten wir die Aufgabe, inhaltliche und sprachliche Stellen im Buch heraus zu arbeiten , die Gregors Triebe und den Widerstand gegen diese Triebe ansprechen.

Die Ergebnisse sammeln wir in dieser Tabelle.

Hausaufgabe: Analysieren Sie das Verhalten des Vaters und die Sicht Gregors darauf (S. 39-42). Inwiefern kann von einer Perpetie gesprochen werden?