Protokoll 01.09.17

Als Beispiel für den Expressionismus beschäftigen wir uns mit dem Werk „Kleine Aster“ von Gottfried Benn.

Es gibt kein Reimschema und kein festes Metrum.

Es wir eine Leichenöffnung eines ertrunkenen Bierfahrers beschrieben, der zwischen den Zähnen eine helldunkellila (Paradoxon) Aster geklemmt hat. Detailliert und nicht beschöningend, in einer neutralen Alltagssprache wird beschrieben wie der Brustkorb geöffnet wird und die Aster in das nebenliegende Gehirn gleitet. Das lyrische Ich plaziert die Aster jedoch in die Holzwolle in der Brusthöhle bevor es die Leiche zunäht.

Es wird ein deutlicher Kontrast erzeugt zwischen den Emotionen des lyrischen Ichs gegenüber der Aster und gegenüber dem Menschen. Während der Umgang mit der Aster sehr liebevoll beschrieben wird: „sie glitt in das nebenliegende Gehirn“ (V. 9) und „Ruhe sanft, kleine Aster“ (V.15) wird der Umgang mit dem Menschen sehr grob beschrieben: „Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt“ (V. 15)  oder „mit einem langen Messer Zunge und Gaumen herausschnitt“ (V.7).

Es erfolgt eine Personifikation der Aster „Trinke dich satt“ (V.14) und eine Depersonalisierung des Menschen.

Dieser Kontrast bewirkt eine Entwürdigung des Todes und dessen religiöse Bedeutung. Dies findet man außerdem auch in anderen Werken von Gottfried Benn wie in „Schöne Jugend“, wodurch Benn auch als Nihilist bezeichnet wird.

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