Protokoll der Deutschstunde am 08.03.2018

Protokoll der Deutschstunde am 08.03.2018

Protokollant: Tomke Kremer

Thema der Stunde: Sprachphänomene in der deutschen Sprache

In der Doppelstunde am 08.03.2018 beschäftigen wir uns mit dem Thema „Sprachphänomene in der deutschen Sprache“. Dazu soll jeder einen Selbsttest ausfüllen, in dem 19 Sätze gegeben sind, die unter den vier Kategorien uneingeschrängt akzeptabel, also sowohl schriftlich als auch mündlich akzeptabel, nur mündlich akzeptabel, eher inakzeptabel  und inakzeptabel einzuordnen sind.

Anschließend vergleichen wir unsere individuellen Einschätzungen, diskutieren über unterschiedliche Bewertungen und fassen zusammen welche Veränderungsprozesse in der deutschen Sprache zu finden sind:

  • Abbau von semantischer Differenzierung (Bsp.: schwer – schwierig)
  • Veränderung der Rechtschreibung (Bsp.: Steffi’s Teeladen)
  • grammatikalische Veränderungen (Bsp.: Verzicht auf Konjunktiv oder Genitiv)
  • Übernahme aus anderen Sprachen (Bsp.: „Das macht keinen Sinn“)
  • syntaktische Veränderungen (Bsp.: „Trotzdem“ als Konjunktion)

Wir sammeln weitere Beispiele Sprachphänomene, die uns selber in unserem Alltag auffallen:

  • harte Verben werden wie schwache Verben konjugiert (Bsp.: anstatt ich frug – ich fragte)
  • Anstatt außer mir – außer ich
  • „es geht sich um“
  • Anstatt „als“ „wie“ / oder „als wie“

Dabei fällt uns auf, dass jeder in der Sprache etwas anderes als richtig empfinde. Wir wenden und also anschließend der Frage, was in der deutschen Sprache „richtig“ oder „falsch“ ist, und durch was dies definiert wird.

Im Duden sind alle Wörter der deutschen Sprache festgehalten, die von einem Großteil der Gesellschaft (also zum Beispiel in der Literatur oder in den Medien) verwendet werden.  Daraus lässt sich schließen, dass sich Sprache und Grammatik ändern. Also können Satzstrukturen damals als „richtig“ angesehen worden sein, die heute jedoch „falsch“ sind und von einigen wieder verwendet werden, wodurch zu erwarten ist, dass diese Form in der Zukunft wieder als „richtig“ angesehen wird, wenn ein Großteil der Gesellschaft diese Verwendung übernimmt.

Für die Frage, warum dennoch einige daran festhalten, Sprache als falsch oder richtig einzuordnen, und für die individuelle Person „falsche“ Verwendung oft ein Gefühl von Wut anregen, haben wir im Unterricht verschiedene mögliche Antworten gesammelt:

  • Gefühl für Aestetik  -> jeder hat seine eigene Ordnung, die er auf Sprache anwendet
  • Abhängig vom Umfeld, in dem man aufwächst
  • verschieden angemessene Sprache in verschiedenen Bereichen (z.B.: schriftliche Verwendug in Klausuren – mündliche Verwendung unter Freunden)
  • Menschen, die sich über Sprache definieren -> Glaube daran, der besseren Schicht anzugehören

Zum Ende der zweiten Unterrichtsstunde  schauen wir das Video „Deutschkurs für Türken – Ladykracher“ (https://www.youtube.com/watch?v=r_Pf7Lycm2E) an, bei dem uns bewusst wird, dass auch Dialekte und Soziolekte eine bedeutende Rolle in der Beeinflussung einer Sprache spielen, und wir oft definierte Sprachmodelle im Kopf bilden, die wir zu verschiedenen Gruppen zuordnen und wir diese Verhaltensweise kritisch in Frage stellen sollten.

 

Protokoll vom 12.01.2018 und 26.01.2018

Aufgabe: Analysieren Sie den Satzbau und die Wortwahl des Auszugs  aus dem Roman „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen. Inwiefern stehen die beiden Abschnitte in Beziehung zu einanander?

 

 

Der Erzählanfang des Romans:

1.Abschnitt:

  • Wortfelder von Naturgewalten -> Verbindung mit der Natur: mächtig, unaufhaltsam -> Menschen sind ausgeliefert
  • Bedrohlichkeit durch Hinweise des auktorialen Erzählers
  • Antithesen
  • Apokalyptische Grundstimmung, welche darauf hinweist dass es vermutlich in einer Katastrophe enden wird

 

2.Abschnitt:

  • Leitmotiv:Öl
  • Nachrichten-Montage ->Schlagzeilen werden in Erzählung eingeschoben und unterbrechen diese
  • Situation der Menschen ist gekennzeichnet durch Konflikte und Ängste

 

Fazit: Die beiden Abschnitte des Erzählanfangs  beinhalten beide das Motiv der Flieger , welche den Chaos und die fehlende Harmonie symbolisieren und auf die vorraussichtliche Katastrophe hinweisen.  Zudem behandeln beide Abschnitte die allgemeine Grundstimmung der Gesellschaft, welche von Angst und Ungewissheit geprägt ist, und der Welt ( durch Schlagzeilen).

 

Protokoll vom 26.01.2018

In der Einzelstunde wurde zuerst die Klausur kurz besprochen. Herr Meltzow weiste darauf hin, dass die Schüler viele Punkte verloren haben in der Klausur durch unstrukturierte Gliederungen und fehlenden Textabschnitten wie z.B. dem Fazit. Außerdem fehlten bei vielen Schülern der Überleitungssatz zur nächsten Aufgabe.  Inhaltlich war einigen Schülern in der Klausur auch nicht klar, was in der Analyseaufgabe mit „innerer“ (innere Wünsche, Gefühlslage)  und „äußerer“(Wirklichkeit) Situation genau gemeint war.

Nachdem wir die Klausur besprochen haben, haben wir den Anfang des Romans „Tauben im Gras“ weiter vertieft und die Aufgabe zuerst in Kleingruppen und dann im Plenum besprochen.

Luca sagt, dass die Schlagzeilen einen allgemeinen Überblick von der Welt verschaffen und wie „Highlights“ im Text sind, welche den Lesefluss konstant brechen.

Außerdem wird dadurch eine direkte Dramatik bewirkt, die die allgemeine Grundstimmung verstärkt und ebenfalls Chaos einbringt.

 

Analyse des Sachtextes ,,Hallo – Homestory – Wie man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird“

Der Artikel ‚, Hallo? – Homestory – Wie man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird‘‘, welcher 2013 von Georg Diez in Der Spiegel erschienen ist, handelt von der Vereinsamung durch die digitalen Medien und der Unverbindlichkeit der Menschen.

Der Autor, Georg Diez, beschreibt eine Situation aus seinem Alltag, als er seinen Freunden eine Nachricht hinterlässt und sich diese nicht bei ihm zurückmelden. Damit verbunden erläutert er die aufkommenden Gedanken und Gefühle, welche von Selbstzweifeln über Wut zu der Hinterfragung der Freundschaft führen. Auf der anderen Seite beleuchtet er die fehlende Kommunikation aus der Sicht der Technik. Zum einen bezeichnet er die Menschen als Marionetten der Technik, während er andersherum die Technik auch als Mittel ansieht, mehr so zu sein, wie man eigentlich ist. Der Mensch entwickelt sich hin zu einem Einzelgänger, der durch die digitalen Medien, eine klare Trennung zwischen sich und dem Rest der Gesellschaft zieht.

In dem ersten Teil seines Artikels berichtet der Autor eine Situation, die er selbst in seinem Alltag erlebt hat. Durch die Beispiele, die der Autor bringt, kann sich vermutlich jeder Leser mit dieser oder einer ähnlichen Situation identifizieren und nachvollziehen, wie man sich fühlt, wenn mit Freunden und Bekannten jegliche Kommunikationsversuche digitaler Art scheitern. Um diesen Eindruck zu verdeutlichen, verwendet er keine Namen, sondern verallgemeinert die Personen durch ,,Freund A‘‘, ,,Kollege B‘‘ und ,,Freund C‘‘ (Z. 4 – 7). Aus den Gefühlen wie zum Beispiel den Selbstzweifeln (Z. 20), die er verstärkt darstellt durch eine Aneinanderreihung verschiedenster Situationen, die er sich vorstellt und wandelnden Gefühlen, sowie der verwendeten Ich-Form aus der Perspektive des Autors, entwickelt sich auf Dauer eine Einsamkeit. Diese beschreibt Georg Diez jedoch als einseitig aus der Sicht des Benachrichtigenden (vgl. Z. 18-19). Die Vereinsamung durch die vielfältigen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters wird von dem Autor auch in dem Untertitel des Artikels eingebracht. Er stellt ein gewisses Paradoxon auf, da die Vielfalt der digitalen Kommunikation eigentlich das Gegenteil bewirken sollte, nämlich ein Miteinander und die Freude am Kommunizieren. Dieses betont er ein weiteres Mal in den Zeilen 27 und 28 mit den Worten ,,je mehr geredet, geschrieben und getwittert wird, desto gellender ist die Stille, desto epischer entfaltet sich die Ruhe‘‘. Auch ein Vergleich zu Beginn seines Textes verdeutlicht diese Situation, in welchem er die Kommunikation zur heutigen digitalen Zeit als schwarzes stummes Loch beschreibt, aus dem keine Worte zurückhallen, wenn er selber welche in das Loch wirft (vgl. Z. 1-3).

Im zweiten Teil seines Textes (Z. 41 – 68) bringt er Thesen ein, welche er durch eigene Thesen und Argumente widerlegt (vgl. Z. 41 – 49; Z. 50 – 57; Z. 58 – 61). Er beschreibt den Wandel der Kommunikation hin zu einer ,,Hyperkommunikation‘‘ (Z. 27) und die daraus resultierende Abschottung von den Mitmenschen. Dass dieses Phänomen als ,,Überforderung‘‘ (Z. 50) der Menschen durch das digitale Zeitalter dargestellt wird, empfindet der Autor als eher unpassend, sondern klärt darüber auf, dass die Menschen dadurch eher faul werden (vgl. Z. 63-64) und die Technik über ihr Leben bestimmen lassen (vgl. Z. 53 – 57). Er stellt dem Leser daher eine provokante, rhetorische Frage, ob die Überforderung den Menschen zu Unhöflichkeit verleite. Dadurch versucht er den Leser dazu anzuregen, sein eigenes Handeln zu überdenken und die digitale Kommunikation beziehungsweise deren Nutzen zu hinterfragen. Ein weiterer Aspekt, der die provokative Art des Autors herausstellt, den Leser zum Nachdenken über sein Handeln zu bringen, liegt im Titel des Textes, welcher ,,Hallo?‘‘ lautet. Dadurch regt er Aufmerksamkeit an und ist zudem eine Frage, nach dem Gegenüber, ob dieses überhaupt noch anwesend ist. Dies unterschreibt den Aspekt der Unverbindlichkeit, welche dem Gegenüber die ,,stumme Verachtung‘‘ (Z. 51) erlaubt.

Durch seine Aussage in den Zeilen 62 und 63 versucht er dem Leser deutlich zu machen, dass das Problem allerdings nicht an der Technik liegt, sondern an den Menschen selbst. Sie fühlen sich digital unverbindlich (vgl. Z. 61), doch verändert sich durch die Technik nicht ihre Persönlichkeit, sondern sie zeigen sich als die Person, die sie eigentlich sind.

Daher versucht er durch ein Fazit am Ende den Leser davon zu überzeugen, dass die Technik jedem die Möglichkeit gibt, respektvoll miteinander umzugehen und ein Gespräch zu führen und jeder sich dem bewusst sein sollte und die Möglichkeit nutzen sollte (vgl. Z. 66 – 70).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass er den Leser versucht, dahin zu lenken, dass er sein Verhalten überdenkt und die digitale Kommunikation als Möglichkeit zur respektvollen Kommunikation nutzt.

Protokoll vom 14.12.17 und 15.12.17

Die Stunde vom 14.12. beginnt mit der Wiederholung und der Ergänzung der Tabelle zur modernen und traditionellen Erzählweise, wobei diese Tabelle gegliedert wurde in „Weltbild/Werte“, „Metaphysik/Religion“, „Mensch“, „Held“, „Bildung“ und „Darstellungsform“.  Herr Meltzow weist darauf hin, dass die traditionelle und moderne Erzählweise nicht rein zeitlich betrachtet und unterschieden werden dürfen.

Weltbild/Werte:
  • Traditionell: Geschlossen, harmonisch, Gut und Böse ist erkennbar
  • Modern: Gespalten, kompliziert, Werteverfall
Metaphysik/Religion:
  • Traditionell: Religion gibt Werte vor, häufig wird Mythos oder Fiktionalität erst im Laufe der Geschichte klar
  • Modern: Wird Aufgelöst, verliert an Bedeutung, wird zur Förmlichkeit, Realitätsfern, Fiktionalität deutlich
Held:
  • Traditionell: Held aus Oberschicht, Gut, starke Persönlichkeit
  • Modern: Kein Held sondern Protagonist, aus Proletariat, weder Gut noch Böse zuzuordnen, gespalten, orientierungslos (Bezug zu Werteverfall)
Mensch:
  • Traditionell: In Einklang mit Umwelt
  • Modern: Weltoffen, verloren, Anonym
Bildung:
  • Traditionell: Wichtig, Streben nach Bildung, Böses ist triebhaft, Oberschicht gebildeter
  • Modern: Vergnügungssucht, Triebhaft, größere Teile der Gesellschaft sind gebildet
Darstellungsform:
  • Traditionell: Klarer Aufbau, klare Gestaltungsgrenzen, meist chronologisch, gehobene Sprache, häufig auktorialer Erzähler (Distanz zu Geschehen)
  • Modern: Auflösung der Struktur und Vermischung, Montage, komplexe Gliederung, häufig Dialekt oder Jargon, häufig personaler Erzähler (Hineinversetzen in Lage)

Anschließend wurde versucht, Doris‘ Geschichte der traditionellen oder der modernen Erzählweise zuzuordnen, wobei alles auf eine moderne Erzählweise hindeutet:

  • Doris‘ Welt ist nicht harmonisch und geschlossen, sondern kompliziert und gespalten
  • Doris ist als Protagonistin weder Gut noch Böse
  • Sie möchte sich emanzipieren, wobei sie zwei Arten von Vorbildern hat:
    • Schauspielerinnen: sind nicht repräsentativ, da sie eher die Ausnahme darstellen -> unrealistisch
    • Ältere, wohlhabende Damen: Widersprechen ihrem Wunsch nach Emanzipation, da diese lediglich reich heiraten und ihren Erfolg nicht selber erlangen

Herr Meltzow fragt, welche Ratschläge die Schüler aus dem Kurs Doris geben würden und welche Methoden sie nutzt um ihren Erfolg zu erreichen.

Als einzige Methode für das Erreichen ihrer Ziele wurde das „Hochschlafen“, bzw. die Prostitution herausgestellt.

Dabei lassen sich die Ratschläge unterschiedlich zuordnen:

  • Doris sollte selber Erfolge erzielen und sich dabei nicht auf andere verlassen
    • Ratschlag trifft auf Widerspruch, da dies leichter gesagt als getan sei, da es zu der Zeit für Doris schwierig gewesen sei eine vernünftige Arbeit zu finden, mit der sie zufrieden wäre (Arbeit als Sekretärin nicht befriedigend)
  • Doris sollte sich kleinere Ziele setzen um schneller mehr Erfolge zu erreichen (soll Selbstbewusstsein stärken), muss jedoch selber wissen wie sie ihre Ziele erreichen möchte
    • Auch dieser Rat trifft auf Kritik, da Doris jemanden brauche, der ihr ihre Grenzen aufzeigt, da sie durch ihre Methoden ihre Ziele zu erreichen ausgenutzt wird und der Respekt vor ihr verloren geht

=> Zusammenfassend wird festgehalten, dass Doris durch ihre Naivität von Männern ausgenutzt wird, was wiederum auf den Werteverfall, welcher bereits von der Gesellschaft akzeptiert wird, zurückzuführen ist.

 

An diesem Punkt beendet Herr Meltzow die Diskussion und macht einen Sprung in die Literatur der 30er und 40er Jahre und damit in die Zeit der Zensur der Literatur.

Dabei erklärt Herr Meltzow den die zwei unterschiedlichen Typen von Autoren zu dieser Zeit und unterscheidet dabei in die Autoren, die immigrieren (z.B. Juden), und die Autoren, die bleiben und nur innerlich immigrieren (Mit dem Kopf auswandern um auszudrücken, was sie nicht denken dürfen), wobei die Autoren alle instrumentalisiert werden und nur noch schreiben dürfen, was ihnen der Staat vorgibt. Hierbei wird wieder unterschieden in Autoren, die sich dem beugen und die, welche schreiben, jedoch nicht veröffentlichen. Als Beispiele nennt Herr Meltzow hier Thomas Mann, welcher in die Schweiz und schließlich nach Amerika auswanderte, und Berthold Brecht, welcher als Kommunist verfolgt wurde.

Herr Meltzow beschreibt die Diskussion, welche zwischen beiden Typen von Autoren entstand:

Die Autoren, welche blieben und vor Ort waren und ihre Literatur erst nach Kriegsende veröffentlichten, warfen den immigrierten Autoren vor, nur aus der sicheren Ferne beschrieben zu haben.

Anschließend zeigt Herr Meltzow ein Video vom zerstörten Berlin mit der Fragestellung: „Was kann man als Autor jetzt noch schreiben?“ Hierbei gab es verschiedene Ansätze:

  • Beschreibung des Zustand und des Aufbaus der Stadt (Erzählung oder Fiktional)
    • „Trümmerliteratur“
  • Beschreibung der Gefühle und Vorstellungen (z.B. Biographien)
    • „Trümmerliteratur“
  • Utopie über Zukunft
  • Veröffentlichung der bisher verbotenen Literatur aus dem Krieg
  • Dokumentation traumatischer Erlebnisse
  • Kahlschlag in der Literatur, „Stunde 0″, Neuanfang

 

Protokoll vom 15.12.17

Herr Meltzow verteilt das Arbeitsblatt „ Kahlschlag und Trümmerliteratur“ und gibt den Auftrag die Aufgaben zu bearbeiten.

Erläuterungen:

Lila: hier Entweichen des Lebens, metaphorisch

Dickicht: Bereich, der nicht gut zugänglich ist

Rilke-Herz: Rilke: deutscher Dichter, verfasste ergreifende Gedichte

Besprechung der ersten Aufgabe:

„Welches Zeitbewusstsein, welches Lebensgefühl äußert sich in diesen Texten?“

  • Einsamkeit, Trauer
  • Auf sich allein gestellt sein, jedoch trotzdem zusammenhalten (gemeinsames Schicksal)
  • Armut und Tod ist sehr präsent
  • Menschen sehen sich als Verlierer des Kriegs
  • Menschen sehen sich als Opfer des Nationalsozialismus
    • Jedoch: Keine Erleichterung über das Ende des Kriegs, sondern Wut und Trauer über Geschehnisse
  • Die Frage „Wie soll es weiter gehen?“
  • Der Wunsch alles neu aufzubauen
  • Die Autoren fordern, dass nur noch die Wahrheit geschrieben werden soll

 

 

Protokoll 09.11.17

Die Leitfrage der Stunde war, inwiefern der Roman Das Kunstseidene Mädchen in die Epoche der Neuen Sachlichkeit passt.

Der Roman lässt sich der Gebrauchsliteratur zuordnen, er ist also umgangssprachlich verfasst. Dies ist ein wichtiges Merkmal, das man gut in die Epoche einordnen kann. Nach dem Ersten Weltkrieg änderte sich einiges in Deutschland hinsichtlich gesellschaftlicher Stellung von Kunst und Literatur. Diese wurde nun für die Mehrheit der Gesellschaft intellektuell und realisiert zugänglich. Im vorliegenden Roman wird dies durch den einem Tagebuch-ähnlichen Schreibstil deutlich. Dadurch wirkt der Roman authentisch, realistisch und nicht beschönigend. Zudem thematisiert Das Kunstseidene Mädchen wichtige gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung der Epoche. Nach dem ersten Weltkrieg schritt der Prozess der Verstädterung schnell fort. Dadurch entwickelten sich europäische Großstädte zu Kultur- und Gesellschaftsmittelpunkten. Dabei spielte nun auch der amerikanische Kultureinfluss eine Rolle, der den Film als neues Medium mit sich brachte. Gesellschaftlicher Aufstieg wurde angestrebt, wie auch von Doris im Roman Das Kunstseidene Mädchen. In Großstädten entstand eine regelrechte Vergnügungssucht. Dabei wirkt diese Entwicklung realitätsfern und abgeschottet von parallel ablaufenden Entwicklung. Neben wachsendem Reichtum herrschte in vielen Teilen Deutschlands und Europas große Armut und Hunger als Folgen des Krieges und der generellen Einfachheit auf dem Land. Dieser Teil der Gesellschaft war sehr konservativ und traditionell  geprägt. Dies brachte neue Probleme hervor, die auch Doris im Roman beschreibt: ihre Heimatstadt und Familie sind eher traditionell, während sie und viele Gleichaltrige gesellschaftlichen Aufstieg und moralische Offenheit anstreben. Frauen hatten rechtlich, wie gesellschaftlich mehr Rechte, was diese Disparitäten nur noch verdeutlicht.

Zusammengefasst kann man sagen, dass der Roman Das Kunstseidene Mädchen sehr gut in die Epoche Neue Sachlichkeit passt. Dabei stellt der Roman viele dieser Eindrücke wie neue Moralvorstellung und gesellschaftlicher Aufstieg aus einer persönlichen und direkten Perspektive dar.

 

Protokoll vom 12.10.17 und vom 13.10.17

Die Stunde am Donnerstag, dem 12.10.17 begann mit dem neuen Thema, der Kunstrichtung, „Die Neue Sachlichkeit“. Dies ist eine Gegenbewegung zum Expressionismus und kann ungefähr in die Zeitspanne von 1918-1930 eingeordnet werden. Die „Neue Sachlichkeit“ beruht auf einer objektiven und distanzierten Beschreibung und enthält hauptsächlich Ereignisse aus dem bürgerlichen Milieu/ Arbeitermilieu. Sie wird auch als eine Richtung der Literatur der Weimarer Republik bezeichnet. Die Weimarer Republik ist durch die Vermehrung der Rechte, Freiheiten und der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gekennzeichnet. Diese Epoche spielt hauptsächlich in Berlin und hatte auch viele Einflüsse auf Musik, Filme etc.

Mit dieser Kunstrichtung wollte man auch die Gleichberechtigung ausbreiten, indem die Literatur nicht mehr wie früher nur für die Intellektuellen war, sondern für alle, weswegen man sie auch Gebrauchsliteratur nennt.

Passend zu dem Thema beschrieben und analysierten wir das Bild „Marcella“ von Christian Schad aus dem Jahre 1926:

Marcella, 1926 - Christian Schad

Obwohl die Ersteindrücke zu Beginn ziemlich kontrovers waren, schien das Bild im Allgemeinen sehr realistisch, emotionslos bzw. nüchtern. Die Frau verdeutlicht die Klarheit und Einfachheit der damaligen Situation und präsentiert das neue Frauenbild der damaligen Zeit.

Das Bild verglichen wir anschließend mit einem Zitat aus derselben Zeit: „Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit. Nichts ist fantasievoller als die Sachlichkeit.“

Dieses Zitat drückt die Überzeugungskraft der einfachen Realität aus, die keine Übertreibungen nötig hat, um verstanden zu werden. Die Wahrheit wird somit realistisch und nüchtern geschildert. Bezogen auf das Bild „Marcella“ steht die Frau (bzw. der Blick der Frau) für die emotionslose Wahrheit. Der Hintergrund und alle anderen nebenstehenden Dinge sind realistisch und sachlich, also wahrheitsgetreu, abgebildet.

Zusammenfassend dient diese neue Epoche dazu, die Wahrheit anhand von sachlichen Darstellungen und Beschreibungen zu demonstrieren und auf diese aufmerksam zu machen. Die Literatur beruht auf nüchternen, klaren und einfachen Schilderungen.

Da die „Neue Sachlichkeit“ eine Gebrauchsliteratur ist, wurden viele Tagebucheinträge in Form von Romanen veröffentlicht. Der Grund dafür ist, dass Tagebücher meist in einfacher und alltäglicher Sprache geschrieben und somit für Menschen jeder sozialen/gesellschaftliche Klasse verständlich sind. In der zweiten Hälfte der Stunde analysierten wir einen Romananfang, der aus Tagebucheinträgen besteht. Wie zuvor genannt, werden Umgangssprache, wörtliche Rede und Spiegelstriche gebraucht. Diese sprachlichen Auffälligkeiten sind Beweise für das bloße Niederschreiben der Gedanken, ohne diese in gehobene Sprache umzuformulieren. Diese persönliche und einfache Schreibweise enthält ebenso Jargons wie z.B. „Entenpopo“. Die Spiegelstriche stellen den Text sehr assoziativ dar, sodass den Text kein roter Faden durchläuft, weswegen der Text sehr unstrukturiert wirkt, ebenso wie es unsere Gedanken sind. Kurze oder nicht ausformulierte Sätze, Aneinanderreihungen und die häufige Verwendung der Konjunktion „Und“ unterstützen die Wirkung, als sei die gesprochene Sprache aufgeschrieben worden.

Im Allgemeinen ist die Sprache einer einfachen Bürgerin zu erkennen.

In der Deutschstunde an dem Freitag den 13.10.17 analysierten wir denselben Romananfang auf direkte und indirekte Charakteristika der Person Doris.

Doris ist eine 18 Jahre alte, schwarzhaarige, getaufte und christliche junge Dame, die aus dem Arbeitermilieu stammt (vgl. Z.32-33). Sie möchte auf dem gesellschaftlichen Rang aufsteigen  und zu etwas „Besserem“ werden (vgl Z.23-24, Z.25-26, Z. 16). Deswegen ist sie auf ihr Aussehen bezogen perfektionistisch bzw. körperbewusst (vgl Z.26). Im Allgemeinen fällt es ihr schwer „nein“ zu sagen (vgl. Z.6). Sie war ein Mal verliebt (vgl Z.13)und spricht im Gegensatz zu ihren Eltern fast ohne Dialekt (vgl. Z.18-19), was ihr wichtig zu sein scheint.

Indirekt erfahren wir, dass Doris nicht akademisch ist bzw. keinen hohen Bildungsstand besitzt (vgl. Z.37, 46f) und dennoch einen gesellschaftlichen Aufstieg erlangen möchte (vgl Z.18-20). Sie führt einen exzessiven Lebensstil (vgl Z. 5ff), ist realitätsfern (vgl Z.22-23), naiv und träumt viel (vgl. Z. 24, 46-47).

Alles in Allem kann man aus dieser Charakterisierung ableiten, dass Doris‘ Selbstbild nicht mit der Realität übereinstimmt und ihre Lebenssituation sehr von ihrer Zukunftsprojektion abweicht.

Protokoll vom 28. und 29.09.17

Wir beginnen die Stunde vom 28. September mit der Besprechung der Analyse des Gedichtes ,,Verfall“ von Trakl aus der Epoche des Expressionismus, die der Kurs gemeinsam geschrieben hat.

Dabei macht Herr Meltzow auf einige Aspekte, die bei einer Gedichtanalyse beachtet werden sollten, aufmerksam.

Unter anderem sollte man, wie immer, eine kurze Inhaltsangabe der Strophen machen und dann eine Interpretationshypothese aufstellen, welche durch sprachliche und stilistische Mittel unterstützt wird.

Außerdem sollte man zu Beginn die Gedichtstruktur beschreiben, ihre Wirkung jedoch erst später in der Interpretationshypothese als Unterstützung der Hypothese erläutern.

Weiterhin gibt es einige Anhaltspunkte, die bei der Analyse eines expressionistischen Gedichtes oder allgemein bei einer lyrischen Analyse beachtet werden sollten.

In expressionistischen Gedichten kommt es oft zu einem Bruch, welcher einen kompletten Kontrast zur vorherigen Idylle darstellt (Bsp.: ,,Verfall“ von Trakl).

Durch diesen Bruch in der Stimmung wird auch eine Endlichkeit deutlich, welche den Verfall beschreibt.

Zudem sollte die semantische und syntaktische Entwicklung beachtet werden.

Ein Bruch wird häufig auch durch stumpfe/männliche Kadenzen bestärkt, während weibliche Kadenzen einen fließenden Rhythmus ausdrücken.

Weiterhin sollte in der Lyrik auf Wortfelder geachtet werden, welche die vorliegende Atmosphäre unterstreichen (Bsp.: naturalistische Motive im Gedicht ,,Verfall“ -> nicht zu verwechseln mit der Epoche der Romantik, welche die Natur als Fluchtmöglichkeit ansieht, während der Expressionismus die Motive der Natur in diesem Gedicht als Verstärkung für den Verfall sieht).

In expressionistischen Gedichten wird oft eine bildhafte Sprache verwendet, welche die Vergänglichkeit oder eine Veränderung ausdrückt, wobei der Kern der Dinge immer deutlich hervorgebracht wird.

Im Unterricht haben wir zudem noch einmal wichtige Motive des Expressionismus herausgestellt.

Motive wie z.B.

  • Tod/ das Ende von etwas
  • Verlust
  • Triebhaftigkeit
  • (seelischer) Schmerz

sind Thematik des Expressionismus, welcher unter anderem durch die Industrialisierung entstanden ist.

Um nochmal auf den Vergleich von der Epoche der Romantik und des Expressionismus zurückzukommen, beschreibt die Romantik den Versuch der Entziehung aus der Industrialisierung (Eskapismus), während im Expressionismus die Industrialisierung in den Alltag integriert wurde und es keinen Ausweg gibt, aber sich gegen die Industrialisierung aufgelehnt wird und kritisiert wird.

Zum Ende der Stunde hin haben wir uns das Gemälde ,,Der Schrei“ von Edvard Munch (1893) angeschaut und die Wirkung im Bezug auf den Expressionismus ausgearbeitet.

Aufgrund der ineinanderfließenden Darstellung wird der Zerfall der Umgebung ausgedrückt, welcher das Unbekannte, den Verlust alles Stabilen und des gewohnten Alltags repräsentiert.

Außerdem wird eine gewisse Bedrohung durch die Farben rot, blau und schwarz ausgestrahlt, welche die zuvor genannte Hypothese des Verlustes bestärken.

Die Person, die vorne steht, drückt seine Verzweiflung durch den weit aufgerissenen Mund und die Augen aus. Sie stehen für einen inneren/stummen Schrei, der die Überforderung durch den Wandel der Gesellschaft darstellt.

Zudem haben wir Bezüge zur Industrialisierung, welche die Überforderung und den dadurch ausgelösten Ich-Zerfall, der durch die Deformation der Person dargestellt wird, herausgearbeitet.

Diese sind unter anderem die Armut und die Verstädterung, welche die Menschen damals geprägt haben, wodurch es zum Verlust der Individualisierung kam.

Ein Bezug zu heute ist die Digitalisierung und Globalisierung, welche wir in der Stunde vom 29. September noch einmal genauer betrachtet haben.

Hierzu haben wir ein Schaubild erstellt, in dem wir auf einen interessanten Aspekt zu sprechen kamen.
Wir haben daher diskutiert, ob man heute in Deutschland noch von einer Ausbeutung sprechen kann, da diese früher ein Teil des Umbruches war.

Heutzutage gibt es bessere Arbeitsbedingungen in Deutschland und ein besseres Arbeitsrecht, weshalb man, trotz einem geringen Anteil an Arbeitern unter dem Mindestlohn oder Schwarzarbeit, größtenteils nicht von Ausbeutung sprechen kann. Zumindest nicht von der durch den Arbeitgeber. Dennoch besteht eine Ausbeutung seitens des Kapitals, da börsennotierte Unternehmen unter einem Leistungsdruck stehen. Diese Ausbeutung wird durch ein Verteilungsgefälle ausgelöst.

Der Druck steigt durch die Digitalisierung, welche eine dauerhafte Leistungsbereitschaft fordert (Industrialisierung 4.0).

 

Protokoll vom 14. und 15.09.2017

Protokoll vom 14.09.2017

Die Doppelstunde beginnt damit, dass Herr Meltzow dem Kurs eine Analyse zu Gottfried Benns Gedicht „Nachtcafe“ aus dem Internet vorlegt. Es werden sowohl positive Dinge der Analyse, als auch verbesserungswürdige Punkte herausgestellt. Auch eigene Beobachtungen der Schüler werden zusammengetragen.

Es wird festgehalten, dass es anders als in der Analyse behauptet, nicht hauptsächlich um das treiben der Menschen im Nachtcafe geht, sondern dass es sich um eine Kritik am triebhaften Verhalten der Gesellschaft handelt. Der Kurs stellt heraus das eine Steigerung innerhalb des Gedichts vorliegt. Zu Beginn wird das triebhafte Verhalten der Menschen sehr distanziert beschrieben, wobei jede Strophe eine andere Situation beschreibt. In der sechsten Strophe tritt der Beobachter in den Vordergrund „Zwei Augen brüllen auf. Spritzt nicht das Blut von Chopin in den Saal, damit das Pack drauf rumlatscht!“. Ab diesen Ausruf verändert sich die Stimmung des Gedichts. Zum ersten mal scheint es so als würde das lyrische Ich selbst Opfer des Triebhaften. Als eine Frau in den Raum eintritt, scheinen ihn nur noch seine Gefühle zu treiben (vgl. V. 19-21). Doch in den nächsten zwei Verse erwacht das lyrische Ich aus seinen Träumen und die Herrlichkeit hat ein Ende (vgl. V. 22f).

Die Menschen werden auf ein Merkmal reduziert(„Pickel im Gesicht“ V.5 ; „Fett im Haar“ V.7). Diese Reduktion wird Synekdoche genannt. Dies ist ein Spezialfall einer Metonymie.

Nachdem die Analyse gelesen wurde, wird in einem gemeinsamen Fazit eine Bewertung der Analyse vorgenommen.

Fazit: Der Aufbau der Analyse ist gut und klar erkennbar. Zunächst wird das Thema, wenn auch nicht ganz treffend dargestellt und kurz der formale Aufbau geklärt. Im analytischen Teil werden viele gute sprachliche und stilistische Mittel angesprochen, jedoch wird nicht auf die entstehende Wirkung eingegangen. Form und Inhalt werden zwar gut miteinander verknüpft, jedoch zu selten am Text belegt. Alles in allem wird die Analyse als solide eingestuft.

Im zweiten Teil der Stunde werden, die zu dieser Stunde als Hausaufgabe angefertigten Gedichte der Schüler zunächst in Kleingruppen und anschließend einige exemplarisch dem Kurs präsentiert. Die Gedichte sollten an das Gedicht von Gottfried Benn angelehnt sein und das Thema Schülerdisco behandeln.

Protokoll vom 15.09.2017

In der Einzelstunde werden die Anforderungen an eine Gedichtsanalyse, wie sie in der Klausur gefordert sein könnte zusammengetragen:

  • Einleitung
    • Thema zusammenfassen/ Aufbau
    • kurze Inhaltsangabe
    • Interpretationshypothese aufstellen
  • Hauptteil
    • Wie wird’s gemacht?
    • Sprachliche und stilistische Mittel (Wirkung erläutern!!!)
    • Gestaltungselemente -> dazu Beispiele nennen
    • Struktur des Gedichts ( Bsp. Benn: Steigerung innerhalb des Gedichts)
  • Fazit:
    • Bezug zum beginn der Analyse herstellen( Interpretationshypothese)
    • Warum Expressionistisch?

Anschließend legt Herr Meltzow sein angefertigtes Gedicht à la Benn auf, welches er über den Kurs verfasst hat. Auch hier finden sich viele Metonymien sowie andere sprachliche, als auch stilistische und formale Mittel. Als besonderes Mittel wird ein Chiffre, also ein Bild, das nicht zu 100% aufgeschlüsselt werden kann, verwendet.

Protokoll 01.09.17

Als Beispiel für den Expressionismus beschäftigen wir uns mit dem Werk „Kleine Aster“ von Gottfried Benn.

Es gibt kein Reimschema und kein festes Metrum.

Es wir eine Leichenöffnung eines ertrunkenen Bierfahrers beschrieben, der zwischen den Zähnen eine helldunkellila (Paradoxon) Aster geklemmt hat. Detailliert und nicht beschöningend, in einer neutralen Alltagssprache wird beschrieben wie der Brustkorb geöffnet wird und die Aster in das nebenliegende Gehirn gleitet. Das lyrische Ich plaziert die Aster jedoch in die Holzwolle in der Brusthöhle bevor es die Leiche zunäht.

Es wird ein deutlicher Kontrast erzeugt zwischen den Emotionen des lyrischen Ichs gegenüber der Aster und gegenüber dem Menschen. Während der Umgang mit der Aster sehr liebevoll beschrieben wird: „sie glitt in das nebenliegende Gehirn“ (V. 9) und „Ruhe sanft, kleine Aster“ (V.15) wird der Umgang mit dem Menschen sehr grob beschrieben: „Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt“ (V. 15)  oder „mit einem langen Messer Zunge und Gaumen herausschnitt“ (V.7).

Es erfolgt eine Personifikation der Aster „Trinke dich satt“ (V.14) und eine Depersonalisierung des Menschen.

Dieser Kontrast bewirkt eine Entwürdigung des Todes und dessen religiöse Bedeutung. Dies findet man außerdem auch in anderen Werken von Gottfried Benn wie in „Schöne Jugend“, wodurch Benn auch als Nihilist bezeichnet wird.

Protokoll 31.08.17

In der Stunde fangen wir die Epoche des Expressionismus an, diese ist dem Zeitraum von 1910 bis 1925 zuzuordnen.

Dafür analysieren wir ein Bild von Otto Dix, welches ein Bordell der 20er Jahre darstellt, eine Zeit zu der sich die Menschen nach Vergnügen sehnen. Otto Dix zeigt jedoch die andere, nicht schöne Seite dieser Tendenz und kritisiert somit die Gesellschaft.

An dem Beispiel von Otto Dix erarbeiten wir die Eigenschaften des Expressionismus:

  • Gesellschaftskritik
  • nicht realistisch/subjektive Wahrnehmung
  • nicht beschöningend/ detailliert
  • holt Kern des Themas hervor statt pures Geschehen darzustellen (Wahrhaftigkeit)
  • kein Euphemismus

-> Ästhetik der Hässlichkeit