Hausaufgabe Delux

Hausaufgabe –  Sachtextanalyse zu „Wiedersehen mit Whorf“                      von aibhai

Dieter E. Zimmer überprüft in seinem Sachtext, „Wiedersehen mit Whorf“, der ein Auszug aus seinem Buch „So kommt der Mensch zur Sprache“, welches 2008 vom Verlag Heyne in München veröffentlicht wurde, ist, das linguistisch Relativitätsprinzip von Benjamin Lee Whorf auf seine Richtigkeit.

Zimmer positioniert sich in seinem Text klar als Bestreiter des Relativitätsprinzips, allerdings ist es nicht sein Ziel an die Leserschaft zu appellieren, sondern schreibt fast ausschließlich informierend.

Eröffnend spricht sich der Autor direkt gegen Whorfs Hypothese aus. Seine Meinung ist, dass sich Sprachen nicht groß voneinander unterscheiden. Aus seiner Sicht nehmen alle Leute durch ihre verschiedenen Sprachen größtenteils das Selbe wahr. Ein „Sprachorgan“, jeder Mensch besitzt, helfe Sprache zu verbalisieren und lasse alle Menschen aufgrund identischer grammatikalischer Strukturen ungefähr gleich denken. Er gibt zu, dass Wortkategorien existieren, die nicht wortwörtlich übersetzbar seien, aber hebt hervor, dass Großteile von Sprachen genauso in andere Sprachen übertragbar seien. Anschließend betont er, dass Sprache zwar das Denken vereinfachen könne, aber nicht für das Denken notwendig sei. Daraufhin erläutert er, dass alle Sprachen einen gemeinsamen Ursprung haben und beendet seinen Text mit der Aussage, die Sprachforschung stünde noch ganz am Anfang.

 

Zimmer geht in seinem Text bei seiner Argumentation, wie er es selbst in Zeile 112 sagt, empirisch vor.

Mit dem ersten Satz oder besser gesagt mit der ersten Frage, die rhetorisch gestellt ist (Z1), und der selbstgebenden Antwort auf diese Frage bringt er seine Meinung und seine Bewertung von Whorfs Relativitätsprinzip direkt auf den Punkt. Er stellt Whorfs Hypothese als schlichtweg falsch dar und formuliert im Anschluss (Z2) seine Zentralthese, dass sich die Sprachen nicht unterscheiden. Das ist eine ziemlich starke und heftige Exposition für einen Sachtext, weil er die Whorf-Hypothese schlecht macht und damit etwas persönlich wird, was für einen Sachtext unüblich ist. Allerdings sichert er sich somit die ungeteilte Aufmerksamkeit der Leserschaft.

Seine erste Nebenthese steht in Zeile 3-5, wo er sagt, dass alle mehr oder weniger dieselbe Wahrnehmung der Welt besitzen. Dies resultiere seiner Meinung nach daher, weil jeder ein Sprachorgan besitzt, welches eine Art Universalgrammatik herstellt, die in jeder Sprache gleich ist. Daher würden Menschen in identischen Situationen identisch reagieren. Es entstehen also keine großen Unterschiede. Die Nebenthese wird also an der Stelle von einem Kausalitätsargument begründet, welches allerdings nicht weiter ausgeführt wird. Der treffende „Babel-Vergleich“ (Z8) trägt zur Erregung des Weiterlesens bei, weil sich der biblische Turm, an dem alle Völker eine andere Sprache sprechen und sich daher nicht verständigen können, sehr gut auf das Kausalitätsargument übertragen lässt. Außerdem bringt der Leser durch die Bibel Gott mit seiner Argumentation in Verbindung, was eine Art Autoritätsargument darstellt, wie es stärker nicht sein könnte. Dies mag etwas zu sehr interpretiert sein, wird aber sicher dem Einzelnen genauso ergehen.

In Zeile 19 fällt die Verwendung des Personalpronomens „wir“ auf, was ein Gemeinschaftsgefühl beim Leserbewirken soll und ihn angesprochen und involviert fühlen lassen soll. Die Verwendung dieses Wortes ist auch deshalb noch wichtig, weil der Leser dadurch denkt, dass er selbst und alle anderen auch das tun, was der Autor beschreibt (in diesem Fall ordnen alle die Welt nach natürlichen Prinzipien).Das „wir“ stärkt daher auch den Wahrheitsgehalt der Aussage, zumindest erweckt es den Anschein.

Die anfänglich benannte Nebenthese wird in Zeile 22-26 von einem indirekten Argument weiter aufgebaut. Das indirekte Argument soll die eigene These überzeugender aussehen lassen, indem es die Gegenseite entkräftet.  Und genau das ist es das ist es, was Zimmer tut. Er behauptet nämlich, dass nur weil Kulturen bestimmte Lebensbereiche etwas differenzieren, das nicht heißen muss, die Menschen hätten verschiedene Wahrnehmungen oder Gedankengänge. Auch dieses Argument wird von einem Beispiel untermauert. Dieses ist ironischer weise wieder eine Widerlegung von Whorfs Theorie.  Das Beispiel (Z27-38) bestreitet, dass die Vielfältigkeit der Begriffe für konkrete Gegenstände von der Sprache abhängig sei. Dies wird dadurch gezeigt, dass Eskimos bloß zwei Wörter für Schnee haben.  Das Beispiel mit den Eskimos wird von Zimmer nebenbei auch noch abgewertet, weil er im Voraus schon sagt, dass es sowieso nur ein (wissenschafts-)Gerücht sei. Das heißt, dass Whorf das Beispiel in keinem Fall mehr benutzen kann, weil es eben nur ein Gerücht ist. Abschließend zu seiner Nebenthese attackiert Zimmer Whorf, indem er ihm unterstellt „falsch“ (Z38) zu liegen. In Zeile 40-41 wird dies durch die Korrektur bezüglich des „Bedarfs“ bekräftigt. Das alles trägt zu Unglaubwürdigkeit bei.

In Zeile 42-46 formuliert er eine zweite Nebenthese, dass alle Sprachen konkrete Begriffe zwar ähnlich, abstrakte Begriffe jedoch nicht zwingend ähnlich definieren. Dies komme daher, weil di Bedeutung und der Ursprung eines Wortes .In der Kulturgeschichte der Sprache und des Landes liege. Dies stärkt er wieder mit Beispielen (Z 57-64), dass jeder wesentliche Begriff wie „Baum“ übersetzen könne. Allerdings seien Wörter wie „Aufklärung“ in jeder Sprache anders klassifiziert oder überhaupt nicht erst vorhanden.  Zimmer benutzt das Possessivpronomen „unser[er]“ (Z53), so dass auch hier wieder der Leser den Eindruck hat, das Beschrieben sei wahr, weil er selbst es tue. Zimmers Schlussfolgerung daraus lautet, dass Whorfs Hypothese (Sprache formt und drückt Gedanken/das Denken aus) nicht komplett falsch sei (Z66). Diese Schlussfolgerung wird durch ein Plausibilitätsargument (Z70-78)gestärkt und dem Leser durch einen ausführlichen Gedankengang näher gebracht. Damit der Gedankengang leichter nachzuvollziehen ist, baut Zimmer viele Kohärenzen wie „also“ (Z66), „auch“(Z72), „je…desto“(Z67-68) etc. ein. Anschließend benutzt er viele Parallelismen, die denselben Satzaufbau haben (Z71-78). Das Personalpronomen „man“ widerholt sich häufig (Z73, 75,76). Diese Gleichmäßigkeit hat zur Folge, dass der Text eingängiger auf den Leser wirkt. Der Beleg in Zeile 78-81 stützt das Plausibilitäztsargument. Beenden tut er die zweite Nebenthese durch Feststellung, dass die Verbalisierung das Denken zwar erleichtere aber für das Denken nicht notwendig sei.

Die dritte Nebenthese schreibt er in Zeile 92-94. Diese nennt er als wichtigsten Grund für das gemeinsame Denken, dass alle Sprachen ein ähnliches Fundament haben.  Natürlich wird auch diese These wieder von einem Argument gestützt. Das Faktenargument (Z95-100) soll unstrittig nachweisen, dass die These stimmt. Es sagt aus, dass alle Sprachen von ähnlich kognitiven Systemen geformt würden. Auf diese Weise entstehen ähnliche Worte, so dass sich die Sprachen nicht allzu stark voneinander unterscheiden.  Dies gilt laut Zimmer aber nicht für abstrakte Begriffe, wo die Kulturgeschichte manche Begriffe nicht übersetzbar gemacht habe.  Zimmer gibt Whorf im Endeffekt also mit sehr starken Einschränkungen Recht.

Am Ende des Textes sagt er, dass alles, was er bisher beschrieben hat, induktiv bewiesen worden sei, aber nicht zu 100% feststehe. Er sagt, dass die Sprachwissenschaft ein noch sehr junges, unerforschtes und vor allem fast unmögliches Themengebietsei. Letzteres belegt er wieder mit einem Autoritätsargument, indem er eine Autorität zitiert und seine These durch einen weithin akzeptierten Expertengestützt wird.

Protokoll vom 26.09.2016

Protokoll vom 26.09.2016

Hausaufgabe zur Stunde (26.09.):

Eine Analyse zum Sachtext „Wiedersehen mit Whorf“ von Dieter E. Zimmer verfassen.

Thema des Textes: Zimmer beurteilt Whorfs Hypothesen, wie unsere Sprache unser Denken beeinflusst. Dabei hinterfragt er Whorfs linguistisches Relativitätsprinzip kritisch und unterstützt seine eigenen Thesen mit vielen Argumenten und Beispielen.

Unterrichtsstunde:

In der Unterrichtsstunde haben wir uns mit zwei verschiedenen Hausaufgaben bzw. Analysen befasst und diese anschließend kritisch beurteilt.

Feedback zur ersten Analyse (angehängt):

  • mehr Informationen zur Struktur und zum Aufbau des Textes angeben können
  • mehr Zeilenangaben angeben können
  • fehlende Erläuterung, warum Zimmer keine Strategie der Beeinflussung des Lesers anwendet
  • nur die Sachen erwähnen, die im Sachtext angesprochen werden (zu viel Bezug zu Whorf)
  • Argumentationsgang soll inhaltlich näher erläutert werden
  • passende Einleitung
  • gute Zusammenfassung
  • angemessene Sprache
  • gutes Fazit gezogen

Feedback zur zweiten Analyse (in einem separaten Blogbeitrag):

  • Einleitungssatz nicht sehr verständlich
  • Fazit ist etwas zu knapp
  • auf Wortwahl achten (Umgangssprache)
  • linearer Aufbau -> gut strukturiert, leicht zu folgen und zu verstehen
  • sehr lang und ausführlich analysiert -> Punkte der Analyse sehr gut abgearbeitet
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Erste Analyse Teil 1

 

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Erste Analyse Teil 2
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Erste Analyse Teil 3

Protokoll vom 19.09 und 22.09.2016

19.09.

Wir besprechen den Text „Das linguistische Relativitätsprinzip“ von Lee Whorf, den wir als Hausaufgabe in Sinnabschnitte unterteilt haben, und stellen folgende Thesen auf:

  • Sprache formt und drückt Gedanken aus
  • Sprache ist relativ (nicht eindeutig)
  • Sprache differenziert (Dinge voneinander)
  • Sprachen aus dem selben Sprachraum unterscheiden sich wenig/sind kaum relativ zueinander
  • Sprache verhindert Objektivität
  • Sprache scheint frei (keine Sensibilität gegenüber der Relativität / Eingeschränktheit)

=>Sprache beeinflusst unser Weltbild.

 

22.09.

Zu Beginn der Stunde teilt uns Herr Meltzow mit, zu welchen der im Unterricht durchgenommenen Themen wir eine Sachtextanalyse in der Klausur schreiben könnten. Hierbei wird noch einmal der Unterschied zwischen Sachtextanalyse und Erörterung geklärt; bei einer Erörterung muss man im Gegensatz zur Sachtextanalyse seine eigene Meinung mit einbringen.

Die für die Klausur relevanten Themen sind:

  • die vier Spracherwerbstheorien (Kognitivismus, Nativismus, Behaviorismus und Interaktionismus)
  • Sprache als Weltsicht (linguistische Relativitätstheorie)
  • Aspekte der Mehrsprachigkeit

Als Vorbereitung auf die Klausur wiederholen wir den Aufbau einer Sachtextanalyse (siehe Arbeitsblatt) und klären einige Punkte noch genauer:

  • Gliederung:
    • Einleitung: Informationen weit und allgemein gefasst
    • Hauptteil: Informationen fokussiert
    • Schluss: Informationen wieder weit mit Fazit

(Herr Meltzow stellt diese an der Tafel zur Veranschaulichung als Sanduhr dar.)

  • Argumentationsgang:
    • induktiv: Argumente mit folgendem Fazit
    • deduktiv: Hauptthese am Anfang mit folgenden Argumenten
    • dialektisch: pro und contra Argumente abwechselnd
  • verschiedene Argumentationsweisen:
    • Faktenargument: verweist auf ein Faktum
    • Autoritätsargument: Bezug auf Autorität nehmen
    • Traditionsargument: „Das war schon immer so.“
    • Kausalargument: Etwas folgt auf etwas anderes aufgrund eines

logischen Zusammenhangs (Kausalkette).

  • Umgang mit fremden Positionen:
    • sachlich: wissenschaftlicher Kontext
    • polemisch: persönlich, zynisch; teils journalistischer Kontext
    • abwertend
  • Sprachstil:
    • pathetisch: übertrieben ausdrucksstark / theatralisch

=> emotionalisierend / leserlenkend

Hinweis: Die oben aufgeführten Punkte sind nur Ergänzungen zum Arbeitsblatt.

Im Rest der Stunde beschäftigen wir uns mit dem Text „Wiedersehen mit Whorf“ von Dieter Zimmer, indem wir einen Schreibplan für eine Sachtextanalyse erstellen, und beginnen die Analyse zu schreiben, die wir als Hausaufgabe beenden sollen.

Protokoll vom 15.09.2016

Protokollant: paueul

Thema: Klausur, differenzierte Sicht auf die Welt

Klausur:

Zu Beginn der Stunde erklärt Herr Meltzow uns, worum es in der Klausur am 29.09 geht und was wir dabei zu beachten haben.

In der Klausur geht es um eine Sachtextanalyse. Dabei wird der Text ersteinmal paraphrasiert (zusammengefasst). Dabei sind diese Aspekte zu beachten.

  • Vor dem Schreiben sollen alle wesentlichen Kernaspekte, Thesen, wichtige Beispiele (falls vorhanden) und die Struktur der Zusammenfassung notiert werden.
  • Der Text sollte kurz sein und keine Details beinhalten.
  • keine Sätze/Zitate übernehmen; mit Ausnahme von wichtigen Wörtern (Diese müssen dann richtig zitiert werden)

Anschließend besprechen wir, zu welchen Spracherwerbstheorien in dem Text „Aspekte der Mehrsprachigkeit“ von Claudia Rhiel Bezüge sind:

  • „une personne une langue“ -> Interaktivismus
  • eine Sprache ist dominanter als die Andere -> Nativismus
  • Mehrsprachig Aufgenwachsene haben Vorteile beim Erlernen einer Drittsprache -> Behaviorismus
  • Mehrsprachig Aufgenwachsene haben Vorteile beim Erlernen einer Drittsprache ≠ Nativismus, da bei jedem Mensch ein Areal für jede Sprache vorhanden ist und sich daher kein Vorteil für mehrsprachig Aufgenwachsene ergibt
  • vorhandene Strategien zum Erlernen von einer Drittsprache -> Kognitivismus

Differenzierte Sicht auf die Welt

Gemeinsam sammeln wir Beispiele und Meinungen, die uns zu dem Zitat einfallen:

  • Durch die andere Sprache können die Normen, Lebensweisen und die Verhältnisse der anderen Kultur verstanden/nachfollzogen werden.
  • Jede Spache hat ihren eigenen Klang und somit haben Wörter in den unterschiedlichen Sprachen eine unterschiedliche Bedeutung.
  • Das Denken geschieht in einer fester Sprache.
  • unterschiedlicher Umgang mit anderen Menschen durch unterschiedliche Höfflichkeitsformen
  • Manche Wörter können nicht übersetzt werden oder haben eine andere Bedeutung
  • verschiedene Dialekte (z.B. der Dialekt aus Köln vermittelt entspanntes Lebensgefühl)
  • Manche Wörter die in der einen Sprache als normal gelten sind in einer anderen Sprache eine Beleidigung (z.B. Hündin auf Spanisch)
  • Sprüche und Sprichwörter
  • unterschiedliche Grammatik
  • wenn ein neu erfundenes Wort von einem selbst übernommen wird, übernimmt man gleichzeitig einen Teil der Weltsicht der Person, die dieses Wort erfunden hat
  • Wenn man sich für einen von vielen Begriffen entscheidet, die für das Gleiche stehen, die von verschiedenen Personen verwendet werden, übernimmt man dabei auch die Ansicht der Person, für dessen Ausdruck man sich entschieden hat (z.B. Terrorist-Freiheitskämpfer-Rebelle-…)

Danach stellt Herr Meltzow uns den Sprachphilosophen Wilhelm von Humbolt vor:

  • Humbolt lebte von 17671835
  • Er hatte gute Verbindungen zu Schiller und Göthe
  • bereiste die Welt
  • fokussierte sich auf das Thema Sprachen
  • Humbolt beschäftigte sich mit 100 Sprachen, er selbst beherschte 10 davon
  • Er interessierte sich vor Allem für Sprach- und Denkformen -> „Die Sprache ist das bildende Organ des Gedanken“
  • Humbolt war der Ansicht, dass die Sprache das Mittel sei, wodurch der Mensch zugleich sich Selbst und die Welt bilde.

Hausaufgabe: Von dem Text: „das linguistische Relativitätsprinzip“ von Benjamin Lee Whorf sollen die ersten drei Punkte jeweils in einem kurzen Text bearbeitet werden.

Protokoll vom 12.09.2016

Protokollant: paueul

Thema: Aspekte der Mehrsprachigkeit

In der Hausaufgabe sollten relevante Aussagen zu dem Text „Aspekte der Mehrsprachigkeit“ von Claudia Rhiel herausgearbeitet werden. Diese besprechen wir gemeinsam.

Definition:

  • Differenzierte Mehrsprachigkeit bedeutet, dass nicht beide Sprachkompetenzen auf dem gleichen muttersprachlichen Niveau liegen.
  • Situatives Umschalten unterschiedlicher Sprachcodes (elaborierter Code –>syntaktisch komplex, Fachbegriffe, großer Wortschatz und der gegensätzliche restringierte Code)

Erwerb:

Beim Erwerb unterscheidet man zwischen dem ungesteuertem Erwerb und dem gesteuerten Erwerb. Beim ungesteuertem Erwerb wird die Sprache entweder als billinguale Erstsprache (dies ist das Erlernen der Sprache als Kleinkind bis zu einem Alter von 3 Jahren) oder nachrangig erworben. Dabei ist es entscheidend, ob die Sprache in gemischtsprachigen Familien gemischt oder nach dem „une personne – une langue“-Prinzip (jede Sprache wird einer Person zugeordnet) erlernt wird. Beim gesteuertem Erwerb wird die Sprache durch Unterricht (learning) erworben.

Diese beiden Spracherwerbe sind jedoch miteinander gekoppelt; beispielsweise bei Migrantenkindern. Diese lernen die Zweitsprache mit Hilfe des gesteuerten Erwerbs in der Schule ( –> Unterricht).

Vorteile:

  • Mehrsprachige lernen schneller Drittsprachen/eine weitere Sprache
  • Transfer ( „Andocken“ )
  • Codeswitching
  • Erkennen von Struckturen und Wörtern
  • Paraphrasieren
  • Differenzierte Sicht auf die Welt

Erfahrungen:

Am Ende der Stunde erzählen mehrsprachige Schüler von ihren Erfahrungen. Dabei sind ein paar Gemeinsamkeiten aufgefallen:

  • Sätze werden mit beiden Sprachen vermischt
  • Eine Sprache wird zu Hause häufiger gesprochen
  • Mit bestimmten Mitgliedern der Familie (z.B. Tante) wird nur eine Sprache gesprochen
  • Mit jeder Sprache wurde ein Ort verbunden (z.B. Kindergarten-Deutsch, Zuhause-rumänisch)
  • Die deutsche Sprache fällt leichter als die Muttersprache

Es stellt sich jedoch auch heraus, dass ein Nachteil von gemischtsprachigen Eltern der Ausschluss des andernsprachigen Elternteils bei Gesprächen ist.

 

 

Protokoll vom 29.08.2016 und 01.09.2016

29.08.2016

Protokollant : Victor Barbu

Thema : Prinzipien eines Blogs

In der einzelstunde am Montag den 29.08 gehen wir die Prinzipien eines Blogs noch einmal durch. Herr Meltzow stellt seine website vor und erklärt und wie er sich den Blog wünscht. Hierbei wird erwähnt, dass der Blog immer bis zur nächsten Stunde fertig geschrieben sein soll.

 

01.09.2016

Thema : „Definition“ von Erich Fried

Erich Fried ist ein deutscher Nachkriegsauthor. Seine Eltern lebten im KZ. Mit seinem folgendem Gedicht beschäftigen wir uns in dieser Doppelstunde.

Ein Hund

der stirbt

und der weiß

dass er stirbt

und der sagen kann

dass er weiß

dass er stirbt

wie ein Hund

ist ein Mensch

 

Form : Aufgrund der Versstruktur hat das Gedicht eine besondere Wirkung, da man sich auf jeden Vers einzelnd konzentriert. Dies betont die Form der Aussage. Dies steht im Gegansatz zum „Schachtelsatz“ welchen einen normalen Satz darstellt. Bsp : „Ein Hund der weiß, dass er stirbt und der sagen kann, dass er weiß, dass er stirbt wie ein Hund, ist ein Mensch.“ Aufallend sind bei diesem Gedicht auch die betonten sinntragenden Versenden, da das Gedicht von der Versstruktur sosnst nahezu identisch ist. V3-5 und V7-9 sind wiederholungen, die der Author verwendet um V1und10 zu Verknüpfen. Diese Verknüpfung wirft eine paradoxe Aussage auf :“Ein Hund ist ein Mensch“. Außerdem finden wir in V6 den Wendepunkt dieses Gedichtes. Dies ist deutlich zu erkennen an der Anzahl der Wörter, und auch am optischen den V6 sticht aus dem Gedicht heraus.

Thesen : Es geht um die Frage, was einen Menschen ausmacht.                 Wenn wir sterben sind wir alle gleich. „Ein Hund der stirbt, ist ein Mensch“ Nazihintergrund : Juden wurden von den Nazis als Hunde bezeichnet.

Deutung : Wir schließsen aus, dass Erich Fried sich sowohl mit dem Begriff Mensch, alsauch mit dem Begriff Hund auf das menschliche bezieht und nicht auf das Tier. In diesem Gedicht wird klar, dass Mensch und Tier endlich in ihrer Existenz sind, jedoch werden sie durch zwei Punkte deutlich unterschieden.                                                                                                              Im Gegansatz zum Menschen, ist das Tier sich seiner Endlichkeit nicht bewusst. Sagt man einem Menschen, das er in 2 Monaten sterben wird, wird er dementsprechend Handeln, sagt man dies zu einem Tier wird nicht passieren.                                                                                                                     Der Mensch kann diese Erkenntnis versprachlichen. Selbst wenn ein Tier wüsste, das es sterben würde, könnte das Tier es nicht mitteilen.

Erich Fried erkennt die Sprachfähikeit als etwas besonderes menschliches an.

Zum Schluss der Stunde verteilt Herr Meltzow die Texte zu Interaktivismus, Nativismus, Behaviorismus und Kognitivismus. In Kleingruppen sollen wir nun die Aufgaben zu den jeweiligen, zugeteilten Texten erstellen und die Grundprinzipien des Textes herausschreiben.

Hausaufgabe : Aufgaben bearbeiten und Gedanken und Entwürfe zur Präsentierung überlegen

 

Protokoll vom 08.09.2016

Protokollant: aibhai

Thema: Spracherwerbstheorien erschließen und beurteilen ( Teil 2 )

 

 

Die Stunde beginnt mit dem Vortrag der zwei letzten Gruppen, die ihre Spracherwerbstheorien vorstellen. Der „Kognitivismus“ und der „Nativismus“ werden erklärt.

 

Kognitivismus:

Was ist der Kognitivismus?

Der Spracherwerb ist eine besondere Anwendung des allgemein geistigen Zugewinns. Es gibt daher kein Organ, welches ausschließlich für die Sprache, ihr Erlernen und ihre Anwendung, fokusiert ist. Vielmehr geht der Kognitivismus von einem einzigen, allgemeinen, kognitivem Organ aus, das zwar auch für Sprache, aber ebenfalls für logisches Denken und Ähnliches zuständig ist. Der Spracherwerb unterliegt indirekt genetischer Kontrolle, weil die Prinzipien menschlicher Kognition genetisch vorgegeben sind.           Es gibt also kein explizites Sprachorgan, sondern nur genetische Vorraussetzungen.

 

Wie verläuft der Kognitivismus?

  1. Das Kind sammelt durch die Sinne ganzheitliche Erfahrungen in der Umwelt.
  2. Diese Erfahrungen werden in Vorstellungen und innere Abbildungen umgesetzt.
  3. Symbolisierung durch ein Wort.
  4. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen erlangt das Kind zunehmend die Fähigkeit abstrakt zu denken.

 

wichtig: Parallel zum Prozess des Spracherwerbs verläuft die geistige Reifung.

 

Nativismus (Funktionsweise & Verlauf):

Der Nativismus, entwickelt vom Sprachwissenschaftler Noam Chomsky, setzt sich aus zweierlei Sachen zusammen, dem „Input“ und dem „Vorwissen“. Der Input basiert fast ausschließlich auf der Aufnahme der Sprachkenntnisse aus der Außenwelt. Das Vorwissen ist im Gegensatz zum Input nichts, das man erlernt, sondern eine gentische Veranlagung. Gemeint ist ein Sprachorgan, in dem die Grundregeln der Grammatik angelegt sind.

Aus den zwei Grundbausteinen resultiert der Spracherwerb und rekursive Regeln fangen langsam an, zu reifen. Alles, was das Kind von sich gibt, wird dann als „Output“ bezeichnet.

wichtig: Sprache ist so komplex, dass im Menschen universelle Regeln veranlagt sind. Im Gegensatz zu uns kann künstliche Intelligenz Sprache kaum ansatzweise erfassen.

 

Nach Fragenklärung und einem riesen Applaus für die Kognitivismusgruppe diskutieren wir darüber, welche Theorie am (un-)überzeugendsten ist:

  • Kritikpunkte am Nativismus: Jedes Kind muss laut dem Nativismus gewisse (grammatikalische) Vorkenntnisse zum Spracherwerb besitzen. Jana meint aber, dass das nicht sein könne, weil jedes Kind in der Lage sei, jede Sprache zu erlernen. Und weil es (grammatikalische) Unterschiede zwischen Sprachen gebe, könne der Nativismus nicht korrekt sein, da sonst jeder Mensch die Veranlagungen zu jeder Sprache hätte.

—-> Einwand: Hr. Melzow und Anna entgegnen, es gebe eine Art                        „Universalgrammatik“, die bei allen Sprachen gleich sei.

  • Schüler nennen ihre favorisierten Ideen und begründen diese. Jedoch wird schnell klar, dass es nicht möglich ist, anhand einer simpelen Theorie die sehr komplexe Sprache zu erklären.

———–> Fazit:                                                                                                        Der ontogenetische Spracherwerb ist nicht nur durch eine Theorie zu erklären, sondern durch eine Kombination der verschiedenen Modelle. Sprachinput und Output-Kompetenz sind obligatorisch.

Protoll vom 05.09.2016

Protokollant: aibhai

Thema: Spracherwerbstheorien erschließen und beurteilen (Teil 1)

 

Wir setzen uns zur Hausaufgabenbesprechung in die vier Gruppen, die sich alle in der vorherigen Stunde mit einer Spracherwerbstheorie befasst haben. In den Gruppen werden die Aufgaben zu den jeweiligen Spracherwerbstheorien kurz schriftlich zusammengefasst, so dass sie im Anschluss vor dem Kurs präsentiert werden können. Die Theorien des „Behaviorismus“ und des „Interaktionismus“ werden vorgestellt.

 

Behaviorismus:

Was ist der Behaviorismus?

  • Kinder imitieren Erwachsenensprache nicht im großen Maße.
  • Kinder entnehmen der Sprache Regeln, um neue, nie dagewesene Sätze zu bilden.
  • Manchmal lernen Kinder häufig gehörte Dinge viel langsamer als selten Gehörtes

 

Wie verläuft der Behaviorismus?

  1. Kinder erwerben universellen Lernmechanismus.
  2. Kinder imitieren die Erwachsenensprache.
  3. Kinder verknüpfen Wörter nach relativen Häufigkeiten zu Sätzen.
  4. Kinder erwerben Sprachmodell.

 

Kritikpunkt an der Theorie: Es gibt keine Möglichkeiten für Wortneuschöpfungen, die ein Kind eigentlich entwickeln müsste!

 

 

 

Interaktionismus:

Was ist der Interaktionismus/Wie verläuft er?

Mütter sprechen aufgrund des eingeschränkten Verständnissvermögens der Kinder in einer vereinfachten, aber grammatikalisch korrekten Sprache. Dies tun Mütter und Väter, weil im Interaktionismus davon ausgegangen wird, dass Kinder Sprache nur schwer verstehen, wenn man mit ihnen auf Hochdeutsch kommuniziert. Der Interaktionismus geht nur von zwei genetischen Veranlagungen aus, die zum Spracherwerb wichtig sind, der Verarbeitungskapazität und der Auffassungsgabe.

Bsp.:  Schau mal, da ist ein Hund. = Oh, ein Wau Wau!

—> onomatopoetischer Sprachgebrauch