Protokoll der Deutschstunden am 24.11.2016

Protokollant: Luca Nahorn

Thema der Doppelstunde: Klausurbesprechung, Szenenanalyse „Nacht“, Besprechung der Szene „Vor dem Tor“

Zu Beginn der Stunde besprechen wir das Thema und die Aufgaben der nächsten Klausur am 8.12.

Die Aufgabe wird sein, einen kurzen Abschnitt (3-4 Seiten) einer Szene aus dem Drama „Faust“ zu analysieren, wie wir es auch schon in der Hausaufgabe für die Doppelstunde machen mussten.

Nach der Besprechung werden zwei der als Hausaufgabe angefertigten Szenenanalysen vorgestellt.

Wichtigste Aspekte beider Szenenanalysen:

  • Durch Wagners Auftreten wird Komik erzeugt und die bis dahin erzeugte Spannung und Dramatik gesenkt.
  • Faust und Wagner fungieren aufgrund ihrer verschieden Ansichten gegenüber der Wissenschaft als Kontrastfiguren, was zu Missverständnissen führt.
  • Wagner glaubt, er muss nur viel lesen und alles verstehen, um Erkenntnis zu erlangen, wogegen Faust von Erfahrung und Gefühl spricht.
  • Faust verhöhnt Wagner.
  • Faust verwendet an einigen Stellen ihres Dialogs Ironie, die Wagner allerdings oftmals nicht versteht (Bsp. Verse 528-529).
  • Faust und Wagner reden aneinander vorbei.

In dem zweiten Teil der Doppelstunde beschäftigen wir uns mit der Szene „Vor dem Tor“. Wir beginnen damit den Inhalt der Szene kurz wiederzugeben:

  • Nach Fausts gescheiterten Entgrenzungsversuchen gehen Wagner und Faust spazieren.
  • Die soziale Welt, in der Faust lebt, wird das erste Mal gezeigt.
  • Bürger verschiedenster sozialer Stände werden nacheinander vorgestellt: Handwerker, Dienstmädchen, Schüler, Bürger, Bettler sowie Bauern.
  • Faust wird von der Menge bewundert, doch er gehört nicht wirklich dazu.
  • Faust denkt über seine Arbeit und seine durchgeführten Versuche nach.
  • Am Ende taucht Mephisto in Form eines schwarzen Pudels auf.

Anschließend beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Funktion die dargestellten Personen/sozialen Gruppen in der Szene haben:

  • Fausts Verhältnis zu anderen Menschen wird dargestellt.
  • Die Unterschiede zwischen Faust und anderen Menschen werden weiter verdeutlicht.
  • Es erfolgt eine Stimmungsänderung. Die verzweifelte, deprimierte Stimmung, aus der vorherigen Szene, wird zu einer heiteren und fröhlichen Stimmung
  • Faust wird als Teil der Gesellschaft dargestellt. Wagner sieht die Bürger lediglich als „Versuchskaninchen“.
  • Kontrast zu Faust: Andere soziale Gruppen erfreuen sich am Leben wogegen sich Faust nur für das Erlangen der Allwissenheit interessiert.

Den Rest der zweiten Stunde beschäftigen wir uns mit der Bedeutung des Verses: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“ (Vers 940).

Die Szene zeigt Faust das erste Mal außerhalb seines Studierzimmers. Wir gehen davon aus, dass dies ein positives Gefühl, ein Gefühl des Wohlseins bei Faust hervorruft. Faust beschäftigt sich nicht mit seiner Arbeit, sondern genießt das Leben innerhalb der Gesellschaft.

Für die nächste Stunde, am Montag den 28. November, sollen wir die Szene „Studierzimmer“ vorbereiten und Mephistos Selbstdefinition in den Versen 1336-1378 mit eigenen Worten zusammenfassen.

Protokoll der Deutschstunde am 21.11.2016

Protokollant: Luca Nahorn

Thema der Einzelstunde: Faust & Wagner

In der Einzelstunde am 21.11. wird die kreative Aufgabe der Doppelstunde vom 17.11. zuerst fertiggestellt und anschließend von zwei Schülergruppen dem Kurs vorgestellt.

Die Aufgabe ist, einen kurzen Szenenausschnitt aus „Nacht“ (Vers: 522-557) nachzustellen und Fausts und Wagners Gefühle und Gedanken während ihres Dialogs zu präsentieren. Jede Gruppe besteht aus 4 Personen, von denen jeweils 2 die richtigen Verse und die anderen beiden Personen die Gedanken vortragen. Der Szenenausschnitt handelt von Wagners erstem Auftreten in dem Drama „Faust“, kurz nach Fausts zweitem gescheiterten Entgrenzungsversuch.

Nach den beiden Präsentationen der Gruppen halten wir die wichtigsten Aspekte von Wagners und Fausts Verhältnis in einer Tabelle an der Tafel fest.

                  Wagner                                                    Faust

– Bewunderung geg. Faust                Verachtung gegenüber Wagner

– versteht Faust nicht                       – Erkenntnis- und Erfahrungsdrang

– Interesse an der Rhetorik              – Primat des Gefühls

– Primat des Verstandes

Fazit: Wagner und Faust sind Kontrastfiguren. Wagner wiederholt lediglich sein aus Büchern erlerntes Wissen, wogegen Fausts Wissen nicht nur aus Büchern stammt, sondern auch auf seinen eigenen Erfahrungen basiert. Für Faust sind Gefühl und Erfahrung zwei wichtige Aspekte um Erkenntnis zu erlangen.

Als Hausaufgabe für den 24.11. sollen wir uns den im Anhang unseres Dramas beschriebenen Aufbau einer Szenenanalyse (Seite 244-246) anschauen und anschließend die Verse 552 – 601 analysieren und dabei besonders auf die sprachliche Gestaltung und Fausts & Wagners Positionen zur Wissenschaft eingehen.

Protokoll der Deutschstunde am 10.11.2016

Protokoll der Deutschstunde am 10.11.2016

Protokollant: Tomke Kremer

Thema der Stunde: erste Eindrücke zum Drama „Faust“ und Fausts Entgrenzungsversuche

Wir beginnen die Doppelstunde vom 10.11 damit die Möglichkeiten einer Facharbeit in dem Fach Deutsch zu besprechen.

Bei einer Facharbeit im Fach Deutsch ist es wichtig Fachliteratur mit einzubeziehen, aber auch verschiedene Ansichten und die eigene Meinung mit darzustellen.

Es gibt vier grundlegende Möglichkeiten für eine Facharbeit in Deutsch.

1. Ein literarisches Werk auf bestimmte Aspekte untersuchen

2. Filmanalyse

3. Vergleich eines literarischen Werks und dessen Film

4. Reflexion über Sprache und Sprachentwicklung

Auf weitere Aspekte der Facharbeit und wie man eine Facharbeit schreibt werden wir im Deutschunterricht ab dem 12.12 bis zu den Weihnachtsferien noch einmal eingehen.

Anschließend wenden wir uns an die Lektüre „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe, schildern unsere ersten Eindrücke und Meinungen zum Drama und klären Fragen.

Wir gehen dabei vor allen auf den weiblichen Charakter von Gretchen ein.

Die Frage die wir uns stellen bezieht sich auf den Grund für den Altersunterschied zwischen Faust und der 14-jährigen Gretchen.

Im heutigen Zeitalter würde eine Liebesbeziehung mit einem solchen Altersunterschied für Empörung sorgen. Für damals ist Gretchen mit ihren 14 Jahren bereits im heiratsfähigen Alter. Sie sehnt sich nach einem Mann in ihrem Leben und nach der vollkommene Liebe. In dem Drama steht sie daher für Unschuld, Attraktivität und Naivität.

Uns fällt auf, dass Gretchen im Drama manchmal auch mit ihrem vollen Namen Margarete genannt wird. Unsere Vermutungen führen darauf zurück, dass bei der Verwendung des Namen „Margarete“ eine Ernsthaftigkeit und Distanz geschaffen wird. Und ihr Spitzname „Gretchen“ von Faust als Verwendung zur Intimität genutzt wird.

Wir gehen im Unterricht zudem auf die sogenannte Gretchenfrage ein.

In der Szene „Marthens Garten“ stellt Gretchen an Faust die Frage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“

Demnach ist die Gretchenfrage die Frage nach der Religiosität der angesprochenen Person.

Diese Frage Gretchens ist, wie auch viele weitere Zitate aus Goethes „Faust“, als Redewendung in die Deutsche Sprache eingegangen.

Stellt also jemand einem die Gretchenfrage ist damit nur gemeint, dass eine direkte und entscheidende Frage gestellt wird.

In der zweiten Stunde nehmen wir Bezug auf die Anfangsszene „Nacht“ (Seite 17-30) des Dramas, in der Faust an den Erkenntnissen der Wissenschaft zweifelt und den Sinn der Welt und des Seins durch Magie herausfinden möchte.

Wir schauen uns gemeinsam das Zeichen des Makrokosmos, welches Faust zu seinem ersten Entgrenzungsversuch führt, an.

Man versteht unter Makrokosmos die damalige Erklärung der Welt.

faust-makrokosmus

Innen:

  • Zentrum: Teufel / Merkur ☿
  • Terra → Erde
  • Mare → Meer
  • Venus (weiblich)
  • Mars (männlich)
  • Jupiter ♃
  • Saturn ♄
  • Mond
  • Sonne

Außen:

  • Chaos – mysteriös – unerklärlich

  • Abyssus → Tiefe

  • Superiorüberlegen/ höher
  • Inferiorminderwertig/ niedriger

  • Volatile → Freie

  • Fixum → Feste

    ->Gegensätze

Unsere Fragestellung für diese Stunde lautet:

Wie versucht Faust aus seinem Dilemma zu kommen?

In Gruppen beschäftigen wir uns mit den drei Entgrenzungsversuchen Fausts:

1. Das Zeichen des Makrokosmos (V. 418-459)

2. Die Beschwörung des Erdgeists (V. 460-517)

3. Der Selbstmordversuch (V. 686-784)

Protokoll der Deutschstunde am 31.10.2016

Protokoll der Deutschstunde am 31.10.2016

Protokollant: Tomke Kremer

Thema der Stunde: Johann Wolfgang von Goethe und literarische Epochen

In der Einzelstunde vom 31.10 hält Luca ein Referat über Johann Wolfgang von Goethe, der Autor des Dramas „Faust“, welches wir zur Zeit lesen.

Das Referat findet man hier.

 

Wir gehen danach auf die Frage, in welche literarische Epoche Goethes Werk „Faust“ sich einordnen lässt, ein.

Da Goethe nahezu über sein ganzes Leben, in einer Dauer von 60 Jahren an „Faust“ gearbeitet hat, schrieb er es über vier literarische Epochen.

Im 18. Jahrhundert stellte Goethe die Arbeit an der Frühfassung des ersten Teils der Tragödie, dem sogenannten „Urfaust“, fertig, welche er dann nur noch verbesserte, ergänzte und änderte.

Eine endgültige Veröffentlichung des „Faust 1“, wie wir ihn lesen, war erst 1808. Die Veröffentlichung des „Faust 2“ erfolgte 1832, kurz nach Goethes Tod.

Die Entstehung des Werkes liegt somit in der Zeit der literaturgeschichtlichen Epochen der Aufklärung (1720-1785), des Sturm und Drangs (1767-1785), der Klassik (1786-1805) und der Romantik (1795-1835).

An einer Stelle in „Faust“ ist ein Epochenumbruch bemerkbar, darauf werden wir bei der Besprechung in den nächsten Wochen noch einmal eingehen.

 

Wir besprechen anschließend die Leitmotive und Merkmale der jeweiligen Epochen.

1. Aufklärung

  • Motive: Erziehung
  • Erkenntnis durch Verstand
  • Frei von Aberglaube und Religion

2. Sturm und Drang

  • Motive: Natur, Spontanität, Empfindungen
  • Starke Betonung des Gefühls (Leidenschaft)
  • Gegenbewegung zur Aufklärung

3. Klassik

  • Motive: Harmonie, Vollkommenheit
  • edle Sprache mit Reimen
  • Lyrik und Epik als bevorzugte Literaturgattung

4. Romantik

  • Motive: Mystik, Magie, Gefühle, Empfindungen, Liebe
  • Gegenbewegung zur Klassik

 

Die Verbindung der literaturgeschichtlichen Epochen in „Faust“ ist zum Beispiel in Fausts innerem Konflikt zu Beginn des Dramas wieder zu finden, da er dort die Erkenntnis und Allwissenheit durch Verstand und Magie erreichen möchte.