Protokoll 30.03.17

Thema der Stunde: Analyse „Das Fräulein stand am Meere“ + Metrik

In der Stunde beschäftigen wir uns mit dem Gedicht “ Das Fräulein stand am Meere“ von Heinrich Heine aus dem Jahr 1844.

Heinrich Heine ist ein deutscher Dichter aus dem 19. Jahrhundert, welcher als erster wichtiger Satiriker bezeichnet werden kann. Er lässt sich nicht einer bestimmten Epoche zuordnen, so befasst er sich außerhalb der Romantik auch mit politischer Lyrik, jedoch distanziert er sich von seinen dichterischen Mitautoren indem er bei seinen Werken den Schwerpunkt auf die Ästhetik setzt. Seine Werke sind oft satirisch und tragen tiefe Aussagen.

Das Gedicht „Das Fräulein stand am Meere“ besteht aus zwei Strophen mit je vier Versen, es liegt ein Kreuzreim vor und bei dem Metrum handelt es sich um einen Jambus. Mögliche Interpretationshypothesen wären:

  • Eine Distanzierung von der Romantik
  • Das lyrische Ich möchte das Fräulein aufmuntern, Trost spenden
  • Ein spöttisches Gedicht über die Sehnsucht nach unerfüllbaren Wünschen

Wie ein Gemälde beschreibt die erste Strophe die Situation, eine junge Frau steht am Meer, melancholisch, in Gedanken versunken. Die Melancholie und die Naturelemente, das Meer und der Sonnenuntergang, sind typische Motive der Romantik. Von der ersten auf die zweite findet ein Bruch statt. Das lyrisches Ich nimmt die Rolle eines sarkastischen Kommentators ein und zerstört somit die melancholische Atmosphäre. Diese Art der Lyrik wird romantische Ironie genannt.

Des weiteren haben wir eine Möglichkeit zur Bestimmung des Metrums bei Gedichten angesprochen: Da die Betonung bei mehrsilbigen Wörtern festgelegt ist, bestimmt man in einem Vers vorerst dessen Betonung und ergänzt darauf die der einsilbigen.