Protokoll vom 14. und 15.09.2017

Protokoll vom 14.09.2017

Die Doppelstunde beginnt damit, dass Herr Meltzow dem Kurs eine Analyse zu Gottfried Benns Gedicht „Nachtcafe“ aus dem Internet vorlegt. Es werden sowohl positive Dinge der Analyse, als auch verbesserungswürdige Punkte herausgestellt. Auch eigene Beobachtungen der Schüler werden zusammengetragen.

Es wird festgehalten, dass es anders als in der Analyse behauptet, nicht hauptsächlich um das treiben der Menschen im Nachtcafe geht, sondern dass es sich um eine Kritik am triebhaften Verhalten der Gesellschaft handelt. Der Kurs stellt heraus das eine Steigerung innerhalb des Gedichts vorliegt. Zu Beginn wird das triebhafte Verhalten der Menschen sehr distanziert beschrieben, wobei jede Strophe eine andere Situation beschreibt. In der sechsten Strophe tritt der Beobachter in den Vordergrund „Zwei Augen brüllen auf. Spritzt nicht das Blut von Chopin in den Saal, damit das Pack drauf rumlatscht!“. Ab diesen Ausruf verändert sich die Stimmung des Gedichts. Zum ersten mal scheint es so als würde das lyrische Ich selbst Opfer des Triebhaften. Als eine Frau in den Raum eintritt, scheinen ihn nur noch seine Gefühle zu treiben (vgl. V. 19-21). Doch in den nächsten zwei Verse erwacht das lyrische Ich aus seinen Träumen und die Herrlichkeit hat ein Ende (vgl. V. 22f).

Die Menschen werden auf ein Merkmal reduziert(„Pickel im Gesicht“ V.5 ; „Fett im Haar“ V.7). Diese Reduktion wird Synekdoche genannt. Dies ist ein Spezialfall einer Metonymie.

Nachdem die Analyse gelesen wurde, wird in einem gemeinsamen Fazit eine Bewertung der Analyse vorgenommen.

Fazit: Der Aufbau der Analyse ist gut und klar erkennbar. Zunächst wird das Thema, wenn auch nicht ganz treffend dargestellt und kurz der formale Aufbau geklärt. Im analytischen Teil werden viele gute sprachliche und stilistische Mittel angesprochen, jedoch wird nicht auf die entstehende Wirkung eingegangen. Form und Inhalt werden zwar gut miteinander verknüpft, jedoch zu selten am Text belegt. Alles in allem wird die Analyse als solide eingestuft.

Im zweiten Teil der Stunde werden, die zu dieser Stunde als Hausaufgabe angefertigten Gedichte der Schüler zunächst in Kleingruppen und anschließend einige exemplarisch dem Kurs präsentiert. Die Gedichte sollten an das Gedicht von Gottfried Benn angelehnt sein und das Thema Schülerdisco behandeln.

Protokoll vom 15.09.2017

In der Einzelstunde werden die Anforderungen an eine Gedichtsanalyse, wie sie in der Klausur gefordert sein könnte zusammengetragen:

  • Einleitung
    • Thema zusammenfassen/ Aufbau
    • kurze Inhaltsangabe
    • Interpretationshypothese aufstellen
  • Hauptteil
    • Wie wird’s gemacht?
    • Sprachliche und stilistische Mittel (Wirkung erläutern!!!)
    • Gestaltungselemente -> dazu Beispiele nennen
    • Struktur des Gedichts ( Bsp. Benn: Steigerung innerhalb des Gedichts)
  • Fazit:
    • Bezug zum beginn der Analyse herstellen( Interpretationshypothese)
    • Warum Expressionistisch?

Anschließend legt Herr Meltzow sein angefertigtes Gedicht à la Benn auf, welches er über den Kurs verfasst hat. Auch hier finden sich viele Metonymien sowie andere sprachliche, als auch stilistische und formale Mittel. Als besonderes Mittel wird ein Chiffre, also ein Bild, das nicht zu 100% aufgeschlüsselt werden kann, verwendet.

Protokoll für den 09.03.17 & 13.03.17

Protokoll für den 09.03.17

Zu Beginn der Stunde wird die Entstehung eines lyrischen Werkes thematisiert. Jedes lyrische Werk beginnt mit der Erstellung einer Rohfassung, welche als Basis dient. Auf dieser Aufbauend wird die Rohfassung im Laufe der Arbeit soweit verändert und verbessert bis ein fertiges Werk entsteht.

Danach werden erste Assoziationen zusammengetragen, die mit dem Begriff Lyrik in der Epoche der Romantik in Zusammenhang gebracht werden.

  • assoziativ, bildlich
  • Ästhetik => Zusammenspiel von Form und Inhalt
  • Elemente des Verstands entscheidend

Im Anschluss daran zeigt Herr Meltzow dem Kurs Caspar David Friedrichs Bild Zwei Männer in Betrachtung des Mondes , welches vom Kurs wie folgt beschrieben wird.

Es sind zwei Männer zusehen, die allein in einem verlassenen Wald stehen und in die Ferne in Richtung Mond blicken. Die Männer befinden sich in einem Wald, dessen Bäume kahl und abgebrochen sind. Es fällt auf, dass die Männer mit dem Rücken zum Betrachter gemalt wurden. Sie blicken sich umarmend in Richtung des Mondes, der sich im Zentrum des Bildes befindet und die einzige Lichtquelle darstellt. Sowohl der Himmel als auch der Wald werden sehr finster dargestellt.

Anschließend tragen die Schülerinnen und Schüler mithilfe des Bildes die zentralen Themen, mit denen sich die Romantiker befassen, zusammen.

  • Aufwertung der Natur im Verhältnis zur Zivilisation/ Kultur
  • Flucht in die Natur (Eskapismus)
  • Phantasie und Traum als Gegenwelt zur Realität
  • unerfüllte Sehnsucht nach Harmonie
  • Hinwendung zur Mystik
  • Drang nach Freiheit

Auf Grundlage der herausgearbeiteten Themen der Epoche der Romantik werden Gründe gesucht, weshalb sich die Menschen zu dieser Zeit mit derartigen Themen so intensiv auseinandersetzten. Schnell kommt der Kurs zu dem Schluss, dass die Themen in Zusammenhang zur zu dieser Zeit einsetzenden Industrialisierung stehen. Die Menschen sehnten sich nach einem Leben, in der die Natur noch unberührt und die Welt in ihren Augen friedlich war, zurück. Sie träumten von einer Welt in der die Menschen und die Natur in Einklang existieren können. Diese Sehnsucht bleibt jedoch unerfüllt.

Im zweiten Teil der Stunde wird das Gedicht Mondnacht (siehe Link im Blog) behandelt. Es wurde im Jahr 1830 von Josef Freiherr von Eichendorf geschrieben. Eichendorf wurde 1788 in Oberschlesien geboren. Er war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller und starb im Jahr 1857.

Es werden erste Beobachtungen gesammelt und als Tafelbild festgehalten. Den Schülern fällt auf, dass sich in dem Gedicht viele Begriffe befinden, die dem Wortfeld Natur zugeordnet werden können.

Bsp.:

  • Himmel (V. 1)
  • Felder (V. 5)
  • Wälder (V. 7)
  • Lande (V. 11)
  • etc.

Des weiteren wird „Blütenschimmer“ (V. 3) als Neologismus (Wortneuschöpfung) erkannt. Mit Hilfe dieses Begriffs werden mehrere Sinne des Menschen angesprochen. Wörter dieser Art werden auch als synästhetisch bezeichnet. Der Leser kann sich dem Begriff auf mehreren Ebenen und mit mehreren Sinnen annähern und kann so auch unterschiedlich gedeutet und interpretiert werden.

Als weitere Auffälligkeit wird die häufige Verwendung von Begriffen genannt, die eine ruhige und stille Wirkung erzielen. Bsp.:

  • still (V. 2 + 11)
  • sacht (V. 6)
  • rauschten (V. 7)
  • leis (V. 7)

Bei einigen Begriffen ist es auffällig, dass sie sowohl stille beschreiben als auch still und sanft ausgesprochen werden. Das „sch“ in rauschten beispielsweise bewirkt in seiner Aussprache das selbe wie die Bedeutung des Wortes. Man nennt dieses Stilmittel Onomatopoesie.

Im folgenden werden Hypothesen über die Themen, die das Gedicht behandelt aufgestellt.

  1.  Wirkung durch Bildlichkeit und Naturbeschreibungen
  2. Stimmung: Melancholie
  3. Religiöses Motiv: Sterblichkeit/ Auferstehung

In der folgenden Arbeitsphase werden in Kleingruppen die zuvor aufgestellten Hypothesen kritisch hinterfragt und anhand des Gedichts gestützt oder widerlegt.

Im allgemeinen werden den Hypothesen zugestimmt, jedoch werden weitere Beobachtungen mit dem gesamten Kurs geteilt. Eine Gruppe macht während ihrer Arbeitsphase einige Personifikationen im Gedicht ausfindig.

  • Himmel (V. 1)
  • Erde (V.2)
  • Luft (V. 5)

Da die Zeit nicht mehr ausreicht, kann nicht näher auf die Funktion der Personifikationen eingegangen werden.

Als Hausaufgabe soll eine vollständige Analyse des Gedichts geschrieben werden.

 

Protokoll für den 13.03.17

In der Einzelstunde stellen zwei Schüler ihre Hausaufgaben vor (eine davon im Blog). Anschließend stellt der Kurs heraus, dass es unbedingt von Nöten ist, den Inhalt, die Form und die sprachlichen Mittel miteinander zu verknüpfen. Es reicht nicht aus ein sprachliches Mittel zu benennen, jedoch nicht dessen Wirkung darzustellen und diese mit dem Inhalt zu verknüpfen.

Herr Meltzow weist wie schon bei der vorherigen Klausur auf das „Sanduhrmodell“ hin. Zunächst muss das Thema sehr allgemein formuliert werden. Anschließend wird eine weit gefasste Hypothese formuliert, die im folgenden immer weiter fokussiert wird. Zum Ende wird ein allgemeines Fazit formuliert.