Protokoll 01.09.17

Als Beispiel für den Expressionismus beschäftigen wir uns mit dem Werk „Kleine Aster“ von Gottfried Benn.

Es gibt kein Reimschema und kein festes Metrum.

Es wir eine Leichenöffnung eines ertrunkenen Bierfahrers beschrieben, der zwischen den Zähnen eine helldunkellila (Paradoxon) Aster geklemmt hat. Detailliert und nicht beschöningend, in einer neutralen Alltagssprache wird beschrieben wie der Brustkorb geöffnet wird und die Aster in das nebenliegende Gehirn gleitet. Das lyrische Ich plaziert die Aster jedoch in die Holzwolle in der Brusthöhle bevor es die Leiche zunäht.

Es wird ein deutlicher Kontrast erzeugt zwischen den Emotionen des lyrischen Ichs gegenüber der Aster und gegenüber dem Menschen. Während der Umgang mit der Aster sehr liebevoll beschrieben wird: „sie glitt in das nebenliegende Gehirn“ (V. 9) und „Ruhe sanft, kleine Aster“ (V.15) wird der Umgang mit dem Menschen sehr grob beschrieben: „Ein ersoffener Bierfahrer wurde auf den Tisch gestemmt“ (V. 15)  oder „mit einem langen Messer Zunge und Gaumen herausschnitt“ (V.7).

Es erfolgt eine Personifikation der Aster „Trinke dich satt“ (V.14) und eine Depersonalisierung des Menschen.

Dieser Kontrast bewirkt eine Entwürdigung des Todes und dessen religiöse Bedeutung. Dies findet man außerdem auch in anderen Werken von Gottfried Benn wie in „Schöne Jugend“, wodurch Benn auch als Nihilist bezeichnet wird.

Protokoll 31.08.17

In der Stunde fangen wir die Epoche des Expressionismus an, diese ist dem Zeitraum von 1910 bis 1925 zuzuordnen.

Dafür analysieren wir ein Bild von Otto Dix, welches ein Bordell der 20er Jahre darstellt, eine Zeit zu der sich die Menschen nach Vergnügen sehnen. Otto Dix zeigt jedoch die andere, nicht schöne Seite dieser Tendenz und kritisiert somit die Gesellschaft.

An dem Beispiel von Otto Dix erarbeiten wir die Eigenschaften des Expressionismus:

  • Gesellschaftskritik
  • nicht realistisch/subjektive Wahrnehmung
  • nicht beschöningend/ detailliert
  • holt Kern des Themas hervor statt pures Geschehen darzustellen (Wahrhaftigkeit)
  • kein Euphemismus

-> Ästhetik der Hässlichkeit

 

Protokoll 30.03.17

Thema der Stunde: Analyse „Das Fräulein stand am Meere“ + Metrik

In der Stunde beschäftigen wir uns mit dem Gedicht “ Das Fräulein stand am Meere“ von Heinrich Heine aus dem Jahr 1844.

Heinrich Heine ist ein deutscher Dichter aus dem 19. Jahrhundert, welcher als erster wichtiger Satiriker bezeichnet werden kann. Er lässt sich nicht einer bestimmten Epoche zuordnen, so befasst er sich außerhalb der Romantik auch mit politischer Lyrik, jedoch distanziert er sich von seinen dichterischen Mitautoren indem er bei seinen Werken den Schwerpunkt auf die Ästhetik setzt. Seine Werke sind oft satirisch und tragen tiefe Aussagen.

Das Gedicht „Das Fräulein stand am Meere“ besteht aus zwei Strophen mit je vier Versen, es liegt ein Kreuzreim vor und bei dem Metrum handelt es sich um einen Jambus. Mögliche Interpretationshypothesen wären:

  • Eine Distanzierung von der Romantik
  • Das lyrische Ich möchte das Fräulein aufmuntern, Trost spenden
  • Ein spöttisches Gedicht über die Sehnsucht nach unerfüllbaren Wünschen

Wie ein Gemälde beschreibt die erste Strophe die Situation, eine junge Frau steht am Meer, melancholisch, in Gedanken versunken. Die Melancholie und die Naturelemente, das Meer und der Sonnenuntergang, sind typische Motive der Romantik. Von der ersten auf die zweite findet ein Bruch statt. Das lyrisches Ich nimmt die Rolle eines sarkastischen Kommentators ein und zerstört somit die melancholische Atmosphäre. Diese Art der Lyrik wird romantische Ironie genannt.

Des weiteren haben wir eine Möglichkeit zur Bestimmung des Metrums bei Gedichten angesprochen: Da die Betonung bei mehrsilbigen Wörtern festgelegt ist, bestimmt man in einem Vers vorerst dessen Betonung und ergänzt darauf die der einsilbigen.