Protokoll vom 04.05.2017

Die Doppelstunde am Donnerstag den 04.05.2017 beschäftigte sich die erste Stunde mit der Klausur und die zweite Stunde mit Franz Kafkas Werk „Die Verwandlung“ . In Verbindung zu diesem Werk bringen wir ein Bild von Sigmund Freud „Psychoanalyse Ich Es“.

Zuerst besprechen wir die in der letzten Stunde angewande Methode, in der wir alle zusammen ein Schaubild erstellten, welches Gregor Samsas Leben und die unterschiedlich gewichteten Einflüsse (verkörpert durch unterschiedliche Kästchen Größe) auf dieses beschreibt. Diese Methode gefäällt den Schülern sehr, denn es bietet ein interaktives Zusammenarbeiten, welches präziser und effizienter ist, als z.B das Arbeiten in Kleingruppen. Außerdem gefällt den Schülern das Arbeitsklima besser, sowohl wie das direkte Feedback als Kommentarfunktion, welches die Ergebnisse verbessert.

Anhand diese Schaubildes kamen wir auf die folgenden Erkenntnisse :

Es gibt wesentliche Pole in Gregor Samsas Leben, wie zum Beispiel sein Vater, der eine sehr autoritäre Rolle hat und so Gregor sehr beeinflusst. Außerdem ist seine Mutter untergeordnet und hat somit wenig zu bestimmen in Gregors Leben. Die Schwester bietet den Gegenpol zu Gregors Vater. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn kann als kalt beschrieben werden, aufgrund des sehr strengen Verhältnis, wobei die Beziehung zwischen Bruder und Schwester als warm bezeichnet werden kann. Dies ergibt sich unteranderem aus dem Wunsch der Schwester zu studieren und Gregor der sie dabei finanziell unterstützt. Des weiteren stellten wir fest, dass Gregors Leben von Erwartungen die er erfüllen muss geprägt ist. Wie beschrieben einerseits durch den Vater, doch anderseits durch seinen Beruf, indem er als Person nicht Wertgeschätzt wird. In der Firma wird er als Objekt behandelt, was ihm ein sehr trostloses Leben bietet, da er zuhause auch keine Abwechslung und Wertschätzung findet. Gregor Samsa pflegt keine sozialen Kontakte und seine Beziehung zu Frauen ist auch sehr problematisch, welches sein Verhätniss zu dem Bild „Frau im Pelz“ in seinem Zimmer gut erklärt. Ihm ist diese Bild sehr wichtig und er würde sogar seine Mutter für dieses Angreifen.

Im Verlaufe der Stunde beschäftigen wir uns mit Franz Kafkas Biographie, in der wir einige Paralleln zu Gregor Samsas Leben festellen.

Zum einen hat Kafka einen sehr dominanten Vater, welcher seine berufliche Perspektive beeinflusste. Sein Beruf als Versicherungsangestellter ist dem von Gregor ähnlich. Außerdem ist die Nahbeziehung zu seiner Schwester wie im Buch vorhanden, denn Kafka lebte mit seiner Schwester im Haus, wo sie jeden Tag streitigkeiten mitbekamen. Franz Kafkas hatte auch seine gewissen sozialen Probleme, was dafür sorgte, dass er mehrfach Verlobungen löste.

Anschließend beschäftigen wir uns mit dem Bild von Sigmund Freud und bringen es in Verbindung zu Franz Kafkas Werk

Das Bild zeigt die Einflüsse dreier Faktoren auf den menschlichen Geist. Es gibt das Über-Ich, das Ich und das Es. Das Über-Ich orientiert sich an Werten und Normen der Gesellschaft, während das Es die Triebe und Bedürfnisse steuert. Das Ich wägt diese nun ab und handelt orientiert an die Realität. Freud bezeichnet diese, als Instanzen die sagen was man machen kann oder was nicht.

Bei Gregor Samsa liegt ein Missverhältnis zwischen Über-Ich und Es vor. Der Vater als „Über-Vater“ und der Beruf als „Über-Chef“ beeinflussen Gregor so stark, dass die Bedürfnisse des Es unterdrückt werden. So kommt es zu Störung in seiner Person oder man könnte auch von einer „Identitätskrise“ sprechen.

Nun stellen wir Thesen auf warum sich Gregor Samsa verwandelt

  1. Durch die Verwandlung gewinnt das Es an Relevanz -> aufgrund der fehlenden Präsens des Vaters und des Berufes
  2. Die Differenz dieser beiden Faktoren soll sichtbar gemacht werden. Die Triebe werden durch die gestalt des Tieres sichtbar.
  3. Das Es wird solange unterdrückt das es „rebelliert“ und das Über-Ich dominiert.
  4. Der Druck von dem Über-Ich wird so groß, dass es keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr gibt.
  5. Viele Faktoren wirken so auf ihn ein , dass er so von außen verändert wird und er somit nicht mehr er selbst ist.
  6. Gregor ist nur ein Produkt von Erwartungen.

Abschließend lässt sich sagen das diese Problematik, eines Missverhältnisses zwischen Über-Ich und Es, immernoch aktuell ist. In der heutigen Gesellschaft ist durch die hohen Erwartungen an eine Person und auch durch die unterschiedlichen Rollen die eine Person annehmen muss, so ein Missverhältnis schwer zu kontrollieren. Durch die fehlende Zeit, die Dinge zu tun, welche man selber machen möchte und die eine Person ausmachen, kommt es zu einem Kontrollverlus, welcher sich z.B in Burnouts sichtbar macht. Man kann von einer „Verwandlung“ in eine Maschine sprechen, in der man nur ein Produkt von Erwartungen ist. Es ist ganz wichtig ein Gleichgewicht zwischen Über-Ich, Ich und Es zu finden!

Protokoll vom 29.08.2016 und 01.09.2016

29.08.2016

Protokollant : Victor Barbu

Thema : Prinzipien eines Blogs

In der einzelstunde am Montag den 29.08 gehen wir die Prinzipien eines Blogs noch einmal durch. Herr Meltzow stellt seine website vor und erklärt und wie er sich den Blog wünscht. Hierbei wird erwähnt, dass der Blog immer bis zur nächsten Stunde fertig geschrieben sein soll.

 

01.09.2016

Thema : „Definition“ von Erich Fried

Erich Fried ist ein deutscher Nachkriegsauthor. Seine Eltern lebten im KZ. Mit seinem folgendem Gedicht beschäftigen wir uns in dieser Doppelstunde.

Ein Hund

der stirbt

und der weiß

dass er stirbt

und der sagen kann

dass er weiß

dass er stirbt

wie ein Hund

ist ein Mensch

 

Form : Aufgrund der Versstruktur hat das Gedicht eine besondere Wirkung, da man sich auf jeden Vers einzelnd konzentriert. Dies betont die Form der Aussage. Dies steht im Gegansatz zum „Schachtelsatz“ welchen einen normalen Satz darstellt. Bsp : „Ein Hund der weiß, dass er stirbt und der sagen kann, dass er weiß, dass er stirbt wie ein Hund, ist ein Mensch.“ Aufallend sind bei diesem Gedicht auch die betonten sinntragenden Versenden, da das Gedicht von der Versstruktur sosnst nahezu identisch ist. V3-5 und V7-9 sind wiederholungen, die der Author verwendet um V1und10 zu Verknüpfen. Diese Verknüpfung wirft eine paradoxe Aussage auf :“Ein Hund ist ein Mensch“. Außerdem finden wir in V6 den Wendepunkt dieses Gedichtes. Dies ist deutlich zu erkennen an der Anzahl der Wörter, und auch am optischen den V6 sticht aus dem Gedicht heraus.

Thesen : Es geht um die Frage, was einen Menschen ausmacht.                 Wenn wir sterben sind wir alle gleich. „Ein Hund der stirbt, ist ein Mensch“ Nazihintergrund : Juden wurden von den Nazis als Hunde bezeichnet.

Deutung : Wir schließsen aus, dass Erich Fried sich sowohl mit dem Begriff Mensch, alsauch mit dem Begriff Hund auf das menschliche bezieht und nicht auf das Tier. In diesem Gedicht wird klar, dass Mensch und Tier endlich in ihrer Existenz sind, jedoch werden sie durch zwei Punkte deutlich unterschieden.                                                                                                              Im Gegansatz zum Menschen, ist das Tier sich seiner Endlichkeit nicht bewusst. Sagt man einem Menschen, das er in 2 Monaten sterben wird, wird er dementsprechend Handeln, sagt man dies zu einem Tier wird nicht passieren.                                                                                                                     Der Mensch kann diese Erkenntnis versprachlichen. Selbst wenn ein Tier wüsste, das es sterben würde, könnte das Tier es nicht mitteilen.

Erich Fried erkennt die Sprachfähikeit als etwas besonderes menschliches an.

Zum Schluss der Stunde verteilt Herr Meltzow die Texte zu Interaktivismus, Nativismus, Behaviorismus und Kognitivismus. In Kleingruppen sollen wir nun die Aufgaben zu den jeweiligen, zugeteilten Texten erstellen und die Grundprinzipien des Textes herausschreiben.

Hausaufgabe : Aufgaben bearbeiten und Gedanken und Entwürfe zur Präsentierung überlegen