Protokoll vom 11.05.2017

Protokollant: Paula Euler

Thema der Stunde: Die Phasen der Verwandlung

Zu Beginn der Stunde vom 11.05.2017 greifen wir nocheinmal die erste (ein wenig veränderte) These der Stunde vom 08.05.2017 auf:

Gregor entwickelt sich im Verlauf des Romans, indem er stärker durch seine Triebe (das ES) gesteuert wird und sich zunehmend von seinem  ÜBER-ICH befreit.

Aus dieser These entnehmen wir, dass Gregor sich in dem Roman in einer Entwicklung befindet, in der seine Triebe immer stärker dominieren. Diese Entwicklung kann man auch die Phasen der Verwandlung nennen, die in dem Roman durch eine inhaltliche Strucktur (den drei Kapiteln) unterteilt sind und dadurch deutlich werden.

Um diese Phasen herausarbeiten zu können, überlegen wir uns Überschriften für die Kaitel.

I.   Die körperliche Verwandlung

→In diesem Kapitel wird die Verwandlung entdeckt. Die Verwandlung ist hier jedoch erstmal nur körperlich, da Gregor noch zu sehr an seinem alten Ich festhält. Er ist immer noch der Selbe, im Körper eines Käfers gefangen.

Beispiele:

  • S. 5 → Gregor will sich nicht von seinen Gewonheiten trennen (Er will unbedingt auf der Seite schlafen, obwohl er bemerkt, dass dies nun nicht mehr geht)
  • S. 6 → Gregor denkt trotz der Verwandlung weiterhin nur daran, arbeiten zu gehen
  • S. 13 → Gregor sieht die Verwandlung nur als kleines Problem an, für das es schnell eine Lösung geben wird
  • S. 18 → Gregor ist bereit, um arbeiten zu gehen, obwohl er sich in einen Käfer verwandelt hat. Er ist noch komplett in seinem alten Leben und ignoriert seine Situation.
  • S. 21 → Gregor will, obwohl er eigentlich weiß, dass er es nicht kann, der Mutter helfen.

II. Spannungsfeld Körper – menschl. Ich

→In diesem Kapitel versuchen Gregor und seine Familie sich an die Situation anzupassen. Es müssen einige Änderungen auftreten, um die neue situation zu überstehen. Gregor will die Beziehung aufrecht erhalten und macht sich Sorgen um sie, da er seine Familie nun nicht mehr finanziell unterstützen kann. Außerdem beginnen Samsas Triebe immer mehr zu dominieren.

III. Verfall des menschl. Ichs bis zu Gregors Tod

In diesem Kapitel verwarlost Gregors menschl. Seite und er wendet sich immer mehr von ihr ab. Der Prozess der Verwandlung findet hier ein Ende. (Auch die familiäre Situation wandelt sich ⇒ z.B. der Vater übernimmt wieder die Rolle des Oberhaupts und Hauptverdieners in der Familie.) Die Szene mit dem Apfel ist eine Schlüsselszene des Romans, in der der Prozess des Verfalls durch das Verfaulen des Apfels in Gregors Rücken verglichen werden kann. Zudem wird am Ende des Romans der Aspekt der Vereinsamung und dem anchließenden Tod Gregors angesprochen.

Dazu haben wir noch eine vierte Phase hinzugefügt, die nach Gregors Tod beginnt und nicht in einem eigenen Kapitel beschrieben wird:

IV. Neues Leben der Familie Samsa nach Gregors Tod

→Aus diesem Kapitel lässt sich schließen, dass Kafka die Vorstellung hatte, dass auch seine Familie nach seinem Tod froh gewesen wäre.

Anschließend bearbeiten wir die Aufgabe, inhaltliche und sprachliche Stellen im Buch heraus zu arbeiten , die Gregors Triebe und den Widerstand gegen diese Triebe ansprechen.

Die Ergebnisse sammeln wir in dieser Tabelle.

Hausaufgabe: Analysieren Sie das Verhalten des Vaters und die Sicht Gregors darauf (S. 39-42). Inwiefern kann von einer Perpetie gesprochen werden?

Protokoll vom 08.05.2017

Protokollant: Paula Euler

Thema der Stunde: Der Grund für Gregor Samsas Verwandlung

Zu Beginn der Stunde am 08.05.2017 hält Rebecca ein Referat über den Vater-Sohn-Konflikt von Kafka, im Bezug zum „Brief an den Vater“. Sie bezieht sich dabei auf die Bücher „die Verwandlung“ und „der Process“ und vergleicht die Vater-Sohn-Beziehung in besagten Büchern zu der Vater-Sohn Beziehung, die Kafka mit seinem Vater führte, so wie sie in dem „Brief an den Vater“ deutlich wird.

Anschließend verknüpfen wir die ergebnisse der letzten Stunde mit dem Referat und greifen hierzu nocheinmal die Ich-Theorie nach Sigmund Freud auf:

Das ES repräsentiert die Triebe des Menschen, so wie Hunger oder Durst. Es handelt unbewusst und liegt in der Natur des Menschen. Das ÜBER-ICH ist das genaue Gegenstück zum ES. Es wird im Laufe des Lebens gebildet und gibt vor, was „richtig“ und was „falsch“ ist. Es handelt somit nach dem, was die Gesellschaft verlangt. Das ICH ist das Mittelmaß zwischen ES und ÜBER-ICH und wird dabei von dem ES getrieben, bekommt vom ÜBER-ICH jedoch Befehle, wie es sich zu verhalten hat. 

Der Vater repräsentiert in der oben genannten Theorie das ÜBER-ICH, da er klare Vorschriften, Regeln und Erwartungen gegenüber Gregor hat. Er unterdrückt Gregors Bedürfnisse (somit das ES). Es herrscht ein Ungleichgewicht von ÜBER-ICH und ES, wodurch es zu einer gestörten Persönlichkeit von Gregor gekommen ist. Gregor existiert kaum noch selber. Er repräsentiert nur noch die Erwartungen, die der Vater von ihm hat.

Zu Beginn der Geschichte hat Gregor Samsa sich in einen Käfer verwandelt. Dieser soll das ES repräsentieren, da er nur von seinen Trieben gesteuert wird, ohne Regeln und Vorschriften beachten zu müssen.

Kristina und Jana formulierten anschließend jeweils eine These, die den Grund für die Verwandlung, der in dem Roman nicht genannt wird, erklären soll:

  1. Der Käfer ist nach der Verwandlung eine Repräsentation des ES. Gregor hat sich so vom ÜBER-ICH befreit und es fällt komplett weg.
  2. Gregor wurde durch das zu starke ÜBER-ICH so deformiert und gestört, dass er zusammenbricht. Das einzige was von ihm übrig bleibt, ist der Käfer.

Anschließend werden Argumente für und gegen beide Thesen gesammelt:

für 1:

+ Das ES wird stärker hervorgehoben, da Gregor als Käfer nach seinen Trieben handeln kann und seine Grundbedürfnisse befriedigen kann. Er muss sich nicht an gesellschaftliche Normen, wie arbeiten oder sich waschen, halten.

-Es kommt nicht zu einer Befreiung, da Gregor sich immer noch an bestimmte (ungeschriebene) Verhaltensregeln halten muss (z.B. Gregor muss dauernd in seinem Zimmer bleiben).

jedoch: Gregor fängt an, sich nicht mehr an alle Regeln zu halten. Das ES gewinnt an Stärke und das ÜBER-ICH verliert immer mehr mit der Zeit (z.B. Gregor verlässt doch einmal sein Zimmer, um der Schwester beim Geige spielen zusehen und zuhören zu können). Gregor ist somit auf dem Weg zur Befreiung. Die Verwandlung ist aus diesem Grund ein fortlaufender Prozess. Man sricht auch von den Phasen der Verwandlung, auf die wir in der nächsten Stunde am 11.05.2017 weiter eingehen werden.

für 2:

+ weder das ÜBER-ICH, noch das ES dominieren → Gregor kann immer noch nicht machen, was er will

 

Protokoll vom 04.05.2017

Die Doppelstunde am Donnerstag den 04.05.2017 beschäftigte sich die erste Stunde mit der Klausur und die zweite Stunde mit Franz Kafkas Werk „Die Verwandlung“ . In Verbindung zu diesem Werk bringen wir ein Bild von Sigmund Freud „Psychoanalyse Ich Es“.

Zuerst besprechen wir die in der letzten Stunde angewande Methode, in der wir alle zusammen ein Schaubild erstellten, welches Gregor Samsas Leben und die unterschiedlich gewichteten Einflüsse (verkörpert durch unterschiedliche Kästchen Größe) auf dieses beschreibt. Diese Methode gefäällt den Schülern sehr, denn es bietet ein interaktives Zusammenarbeiten, welches präziser und effizienter ist, als z.B das Arbeiten in Kleingruppen. Außerdem gefällt den Schülern das Arbeitsklima besser, sowohl wie das direkte Feedback als Kommentarfunktion, welches die Ergebnisse verbessert.

Anhand diese Schaubildes kamen wir auf die folgenden Erkenntnisse :

Es gibt wesentliche Pole in Gregor Samsas Leben, wie zum Beispiel sein Vater, der eine sehr autoritäre Rolle hat und so Gregor sehr beeinflusst. Außerdem ist seine Mutter untergeordnet und hat somit wenig zu bestimmen in Gregors Leben. Die Schwester bietet den Gegenpol zu Gregors Vater. Die Beziehung zwischen Vater und Sohn kann als kalt beschrieben werden, aufgrund des sehr strengen Verhältnis, wobei die Beziehung zwischen Bruder und Schwester als warm bezeichnet werden kann. Dies ergibt sich unteranderem aus dem Wunsch der Schwester zu studieren und Gregor der sie dabei finanziell unterstützt. Des weiteren stellten wir fest, dass Gregors Leben von Erwartungen die er erfüllen muss geprägt ist. Wie beschrieben einerseits durch den Vater, doch anderseits durch seinen Beruf, indem er als Person nicht Wertgeschätzt wird. In der Firma wird er als Objekt behandelt, was ihm ein sehr trostloses Leben bietet, da er zuhause auch keine Abwechslung und Wertschätzung findet. Gregor Samsa pflegt keine sozialen Kontakte und seine Beziehung zu Frauen ist auch sehr problematisch, welches sein Verhätniss zu dem Bild „Frau im Pelz“ in seinem Zimmer gut erklärt. Ihm ist diese Bild sehr wichtig und er würde sogar seine Mutter für dieses Angreifen.

Im Verlaufe der Stunde beschäftigen wir uns mit Franz Kafkas Biographie, in der wir einige Paralleln zu Gregor Samsas Leben festellen.

Zum einen hat Kafka einen sehr dominanten Vater, welcher seine berufliche Perspektive beeinflusste. Sein Beruf als Versicherungsangestellter ist dem von Gregor ähnlich. Außerdem ist die Nahbeziehung zu seiner Schwester wie im Buch vorhanden, denn Kafka lebte mit seiner Schwester im Haus, wo sie jeden Tag streitigkeiten mitbekamen. Franz Kafkas hatte auch seine gewissen sozialen Probleme, was dafür sorgte, dass er mehrfach Verlobungen löste.

Anschließend beschäftigen wir uns mit dem Bild von Sigmund Freud und bringen es in Verbindung zu Franz Kafkas Werk

Das Bild zeigt die Einflüsse dreier Faktoren auf den menschlichen Geist. Es gibt das Über-Ich, das Ich und das Es. Das Über-Ich orientiert sich an Werten und Normen der Gesellschaft, während das Es die Triebe und Bedürfnisse steuert. Das Ich wägt diese nun ab und handelt orientiert an die Realität. Freud bezeichnet diese, als Instanzen die sagen was man machen kann oder was nicht.

Bei Gregor Samsa liegt ein Missverhältnis zwischen Über-Ich und Es vor. Der Vater als „Über-Vater“ und der Beruf als „Über-Chef“ beeinflussen Gregor so stark, dass die Bedürfnisse des Es unterdrückt werden. So kommt es zu Störung in seiner Person oder man könnte auch von einer „Identitätskrise“ sprechen.

Nun stellen wir Thesen auf warum sich Gregor Samsa verwandelt

  1. Durch die Verwandlung gewinnt das Es an Relevanz -> aufgrund der fehlenden Präsens des Vaters und des Berufes
  2. Die Differenz dieser beiden Faktoren soll sichtbar gemacht werden. Die Triebe werden durch die gestalt des Tieres sichtbar.
  3. Das Es wird solange unterdrückt das es „rebelliert“ und das Über-Ich dominiert.
  4. Der Druck von dem Über-Ich wird so groß, dass es keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr gibt.
  5. Viele Faktoren wirken so auf ihn ein , dass er so von außen verändert wird und er somit nicht mehr er selbst ist.
  6. Gregor ist nur ein Produkt von Erwartungen.

Abschließend lässt sich sagen das diese Problematik, eines Missverhältnisses zwischen Über-Ich und Es, immernoch aktuell ist. In der heutigen Gesellschaft ist durch die hohen Erwartungen an eine Person und auch durch die unterschiedlichen Rollen die eine Person annehmen muss, so ein Missverhältnis schwer zu kontrollieren. Durch die fehlende Zeit, die Dinge zu tun, welche man selber machen möchte und die eine Person ausmachen, kommt es zu einem Kontrollverlus, welcher sich z.B in Burnouts sichtbar macht. Man kann von einer „Verwandlung“ in eine Maschine sprechen, in der man nur ein Produkt von Erwartungen ist. Es ist ganz wichtig ein Gleichgewicht zwischen Über-Ich, Ich und Es zu finden!

Protokoll 30.03.17

Thema der Stunde: Analyse „Das Fräulein stand am Meere“ + Metrik

In der Stunde beschäftigen wir uns mit dem Gedicht “ Das Fräulein stand am Meere“ von Heinrich Heine aus dem Jahr 1844.

Heinrich Heine ist ein deutscher Dichter aus dem 19. Jahrhundert, welcher als erster wichtiger Satiriker bezeichnet werden kann. Er lässt sich nicht einer bestimmten Epoche zuordnen, so befasst er sich außerhalb der Romantik auch mit politischer Lyrik, jedoch distanziert er sich von seinen dichterischen Mitautoren indem er bei seinen Werken den Schwerpunkt auf die Ästhetik setzt. Seine Werke sind oft satirisch und tragen tiefe Aussagen.

Das Gedicht „Das Fräulein stand am Meere“ besteht aus zwei Strophen mit je vier Versen, es liegt ein Kreuzreim vor und bei dem Metrum handelt es sich um einen Jambus. Mögliche Interpretationshypothesen wären:

  • Eine Distanzierung von der Romantik
  • Das lyrische Ich möchte das Fräulein aufmuntern, Trost spenden
  • Ein spöttisches Gedicht über die Sehnsucht nach unerfüllbaren Wünschen

Wie ein Gemälde beschreibt die erste Strophe die Situation, eine junge Frau steht am Meer, melancholisch, in Gedanken versunken. Die Melancholie und die Naturelemente, das Meer und der Sonnenuntergang, sind typische Motive der Romantik. Von der ersten auf die zweite findet ein Bruch statt. Das lyrisches Ich nimmt die Rolle eines sarkastischen Kommentators ein und zerstört somit die melancholische Atmosphäre. Diese Art der Lyrik wird romantische Ironie genannt.

Des weiteren haben wir eine Möglichkeit zur Bestimmung des Metrums bei Gedichten angesprochen: Da die Betonung bei mehrsilbigen Wörtern festgelegt ist, bestimmt man in einem Vers vorerst dessen Betonung und ergänzt darauf die der einsilbigen.

 

Poetry Slam

Auf Wunsch eine List von Slam-Videos:

Lyrik

Nadja Schlüter – Lob an die Gleichzeitigkeit

Felix Römer – Wie ich einmal fast wie die anderen geworden wäre

Svenja Gräfen – Schwarz Weíß

Theresa Hahl – Mein Herz

Julian Heun: Eis essen

Julia Engelmann: Eines Tages , Baby, werden wir alt sein

Comedy:

Patrick Salmen – rostkurpferbraun

Lyrik Videos:

Bas Boettcher – Dot Matrix

 

Und hier der Link auf die FB-Seite vom Aachener Poetry Slam.

Termin für uns: Freitag, 7.4

Protokoll vom 16.03.2017

Protokollant: Chiara Wendorff

Thema der Stunde: Gedichtanalyse (des Gedichts ,,Der Spinnerin Mondnacht“)

Wir beginnen die Stunde am 16.03 mit einer Fragerunde zum Thema Gedichtanalyse. Dabei klären wir relevante Aspekte für die Klausur, in der wir ein Gedicht aus der Epoche der Romantik analysieren werden.

In der Zusammenfassung des Gedichtes sollen keine Details genannt werden, sondern allgemeine Beobachtungen geschildert werden. (Beispiel: Ortsangabe des lyrischen Ichs)

Zuerst gehen wir auf Merkmale eines Gedichtes ein. Zu beachten ist unter anderem der Schreibstil. Beim Zeilenstil endet der Inhalt beispielsweise mit dem Ende eines Verses. Beim Hakenstil breitet sich ein Satz über mehrere Verse aus, also mehrere Enjambements ineinander verhakt. Außerdem müssen in der Klausur das Reimschema und Kadenzen beachtet werden. Es gibt sowohl weibliche als auch männliche Kadenzen.

Bei einer weiblichen Kadenz ist die letzte Silbe eines Verses unbetont (Bsp.: Lüfte)

Dagegen ist bei einer männlichen Kadenz die letzte Silbe eines Verses betont (Bsp.: Band)

Weiterhin sprechen wir über Brüche und Einschnitte. Bei einem Bruch verändert sich zum Beispiel das Reimschema oder der Inhalt und bleibt dann bis zum Ende des Gedichtes in der Form des Bruches. Wenn man von einem Einschnitt spricht, gibt es eine Änderung für einen Vers oder eine Strophe, nach welcher man dann wieder zur ursprünglichen Form zurückkehrt.

Danach sprechen wir über das Vorgehen bei einer Gedichtanalyse und die Schritte zu dessen Vorbereitung. Zuerst sollte man das Gedicht mehrfach lesen und dabei Auffälligkeiten in der Struktur markieren. Zum Beispiel, ob und wie die Strophen und Verse inhaltlich zusammenpassen. Dann sollte man noch auf Bilder, Assoziationen und Stimmungen achten, die beim Lesen des Gedichtes durch verschiedene Worte ausgelöst werden. Dabei kann man auch schon eine erste Interpretationshypothese erstellen. Dazu gehört, die Stimmung oder Gefühle des lyrischen Ichs aus dem Gedicht heraus zu interpretieren.

In der zweiten Stunde bekommen wir das Gedicht ,,Der Spinnerin Mondnacht“ von Clemens Brentano, bei welchem wir die Schritte zur Vorbereitung eines Gedichtes anwenden sollen.

Allgemein kann gesagt werden, dass das Gedicht aus sechs Strophen mit jeweils vier Versen besteht. Das Reimschema ist durchgehend ein umarmender Reim und das Metrum ist der Jambus. Außerdem ist jede Strophe in zwei weibliche und 2 männliche Kadenzen eingeteilt. Jeweils die äußeren Verse einer Strophe beinhalten eine weibliche Kadenz und die inneren Verse einer Strophe sind männliche Kadenzen.

Danach stellen wir Motive und Hypothesen zu dem Gedicht. Dabei fällt auf, dass Strophe eins, drei und fünf von der Vergangenheit des lyrischen Ichs handeln. Die aufgestellte Hypothese zu diesen Strophen ist, dass das lyrische Ich an jemanden denkt und diese Person vermisst. Das sich wiederholende Motiv ist die Nachtigall, welche ein naturalistisches Motiv der Epoche der Romantik ist (vgl. V. 2; V. 10; V. 18).

Ein weiterer Aspekt ist, dass die weiblichen Kadenzen die männlichen Kadenzen umarmen, woraus wir die Hypothese aufstellen, dass die Spinnerin beziehungsweise das lyrische Ich, sich nach einem verstorbenen Mann sehnt.

In den Strophen zwei, vier und sechs wird die Gegenwart verkörpert, sowie auch Zukunftsgedanken. Unter anderem findet sich in Strophe zwei das Spinnrad, welches für den Teufelskreis steht, in dem sich das lyrische Ich befindet und kein Entrinnen daraus findet. Die zyklische Entwicklung wird auch durch die Wahl der Worte am Versende der weiblichen Kadenzen deutlich (Vgl. weinen, scheinen, scheinen, vereinen, vereinen, weinen). Sie wünscht sich mit der Person, die sie vermisst, wieder vereint zu sein.

Außerdem befindet sich dort das Motiv des Mondes, welches auch ein naturalistisches Bild ist, welches zu der Epoche der Romantik gehört. Dadurch wird auch ein Bild von Sentimentalität und Melancholie vermittelt.

Ein letztes Motiv ist das von dem vereinenden Gott, wodurch Zukunftsgedanken ausgedrückt werden. Eine aufgestellte Hypothese dazu ist, dass sie sich nach dem Tod sehnt, um mit dem Verstorbenen zusammen zu sein.

Protokoll für den 09.03.17 & 13.03.17

Protokoll für den 09.03.17

Zu Beginn der Stunde wird die Entstehung eines lyrischen Werkes thematisiert. Jedes lyrische Werk beginnt mit der Erstellung einer Rohfassung, welche als Basis dient. Auf dieser Aufbauend wird die Rohfassung im Laufe der Arbeit soweit verändert und verbessert bis ein fertiges Werk entsteht.

Danach werden erste Assoziationen zusammengetragen, die mit dem Begriff Lyrik in der Epoche der Romantik in Zusammenhang gebracht werden.

  • assoziativ, bildlich
  • Ästhetik => Zusammenspiel von Form und Inhalt
  • Elemente des Verstands entscheidend

Im Anschluss daran zeigt Herr Meltzow dem Kurs Caspar David Friedrichs Bild Zwei Männer in Betrachtung des Mondes , welches vom Kurs wie folgt beschrieben wird.

Es sind zwei Männer zusehen, die allein in einem verlassenen Wald stehen und in die Ferne in Richtung Mond blicken. Die Männer befinden sich in einem Wald, dessen Bäume kahl und abgebrochen sind. Es fällt auf, dass die Männer mit dem Rücken zum Betrachter gemalt wurden. Sie blicken sich umarmend in Richtung des Mondes, der sich im Zentrum des Bildes befindet und die einzige Lichtquelle darstellt. Sowohl der Himmel als auch der Wald werden sehr finster dargestellt.

Anschließend tragen die Schülerinnen und Schüler mithilfe des Bildes die zentralen Themen, mit denen sich die Romantiker befassen, zusammen.

  • Aufwertung der Natur im Verhältnis zur Zivilisation/ Kultur
  • Flucht in die Natur (Eskapismus)
  • Phantasie und Traum als Gegenwelt zur Realität
  • unerfüllte Sehnsucht nach Harmonie
  • Hinwendung zur Mystik
  • Drang nach Freiheit

Auf Grundlage der herausgearbeiteten Themen der Epoche der Romantik werden Gründe gesucht, weshalb sich die Menschen zu dieser Zeit mit derartigen Themen so intensiv auseinandersetzten. Schnell kommt der Kurs zu dem Schluss, dass die Themen in Zusammenhang zur zu dieser Zeit einsetzenden Industrialisierung stehen. Die Menschen sehnten sich nach einem Leben, in der die Natur noch unberührt und die Welt in ihren Augen friedlich war, zurück. Sie träumten von einer Welt in der die Menschen und die Natur in Einklang existieren können. Diese Sehnsucht bleibt jedoch unerfüllt.

Im zweiten Teil der Stunde wird das Gedicht Mondnacht (siehe Link im Blog) behandelt. Es wurde im Jahr 1830 von Josef Freiherr von Eichendorf geschrieben. Eichendorf wurde 1788 in Oberschlesien geboren. Er war ein bedeutender Lyriker und Schriftsteller und starb im Jahr 1857.

Es werden erste Beobachtungen gesammelt und als Tafelbild festgehalten. Den Schülern fällt auf, dass sich in dem Gedicht viele Begriffe befinden, die dem Wortfeld Natur zugeordnet werden können.

Bsp.:

  • Himmel (V. 1)
  • Felder (V. 5)
  • Wälder (V. 7)
  • Lande (V. 11)
  • etc.

Des weiteren wird „Blütenschimmer“ (V. 3) als Neologismus (Wortneuschöpfung) erkannt. Mit Hilfe dieses Begriffs werden mehrere Sinne des Menschen angesprochen. Wörter dieser Art werden auch als synästhetisch bezeichnet. Der Leser kann sich dem Begriff auf mehreren Ebenen und mit mehreren Sinnen annähern und kann so auch unterschiedlich gedeutet und interpretiert werden.

Als weitere Auffälligkeit wird die häufige Verwendung von Begriffen genannt, die eine ruhige und stille Wirkung erzielen. Bsp.:

  • still (V. 2 + 11)
  • sacht (V. 6)
  • rauschten (V. 7)
  • leis (V. 7)

Bei einigen Begriffen ist es auffällig, dass sie sowohl stille beschreiben als auch still und sanft ausgesprochen werden. Das „sch“ in rauschten beispielsweise bewirkt in seiner Aussprache das selbe wie die Bedeutung des Wortes. Man nennt dieses Stilmittel Onomatopoesie.

Im folgenden werden Hypothesen über die Themen, die das Gedicht behandelt aufgestellt.

  1.  Wirkung durch Bildlichkeit und Naturbeschreibungen
  2. Stimmung: Melancholie
  3. Religiöses Motiv: Sterblichkeit/ Auferstehung

In der folgenden Arbeitsphase werden in Kleingruppen die zuvor aufgestellten Hypothesen kritisch hinterfragt und anhand des Gedichts gestützt oder widerlegt.

Im allgemeinen werden den Hypothesen zugestimmt, jedoch werden weitere Beobachtungen mit dem gesamten Kurs geteilt. Eine Gruppe macht während ihrer Arbeitsphase einige Personifikationen im Gedicht ausfindig.

  • Himmel (V. 1)
  • Erde (V.2)
  • Luft (V. 5)

Da die Zeit nicht mehr ausreicht, kann nicht näher auf die Funktion der Personifikationen eingegangen werden.

Als Hausaufgabe soll eine vollständige Analyse des Gedichts geschrieben werden.

 

Protokoll für den 13.03.17

In der Einzelstunde stellen zwei Schüler ihre Hausaufgaben vor (eine davon im Blog). Anschließend stellt der Kurs heraus, dass es unbedingt von Nöten ist, den Inhalt, die Form und die sprachlichen Mittel miteinander zu verknüpfen. Es reicht nicht aus ein sprachliches Mittel zu benennen, jedoch nicht dessen Wirkung darzustellen und diese mit dem Inhalt zu verknüpfen.

Herr Meltzow weist wie schon bei der vorherigen Klausur auf das „Sanduhrmodell“ hin. Zunächst muss das Thema sehr allgemein formuliert werden. Anschließend wird eine weit gefasste Hypothese formuliert, die im folgenden immer weiter fokussiert wird. Zum Ende wird ein allgemeines Fazit formuliert.

Protokoll vom 02.03.17

Diese Stunde des Deutschunterrichts befasst sich mit der Einführung in die Lyrik und Ziel soll es sein, einen Zugang zu Lyrik zu schaffen und zu Verständnis zu bringen, was Lyrik genau ist, da dieses Thema oft mit Vorurteilen verbunden sei.

Der Begriff der Lyrik stammt von Lyra, welches ein musikalisches Werk beschreibt und beispielsweise erklärt, wieso in Lyrik ein Rhythmus vorzufinden ist.

Hauptsächlich soll im Verlauf des Unterrichts Lyrik des 19. Jahrhunderts thematisiert werden.
Dies beinhaltet nicht nur Inhalte der Romantik, sondern auch politische Lyrik, welche als ein starkes Macht- & Protestmittel galt.

Im weiteren Verlauf der Stunde wird folgendes an die Tafel geschrieben:

Die Blätter fallen, fallen wie von weit
Als welkten in den Himmel ferne Gärten
(Rilke)

Auch ein möglicher Ausdruck: Es ist Herbst.
Die Unterschiede zwischen Rilkes Gedichtausschnittes und „Es ist Herbst“ sind folgende:

  • Es findet eine Gefühlsvermittelung mithilfe von sprachlichen Mitteln statt
  • Es wird ein metaphorisches Bild erzeugt, was ein zentrales Element der Lyrik ist
  • Es existiert viel Raum für Interpretation, es ist also kein einfacher Zugang vorhanden
  • Durch des Rhythmus wird ein gewisser Klang erzeugt
  • Gleichzeitig wird das Motiv der Epoche übermittelt, da der historische Kontext beispielsweise Kunst und Lyrik stark prägte bzw immer noch prägt

Später im Unterricht wird ein Experiment durchgeführt. Benötigt wird nur ein leeres Blatt und etwas zu schreiben. Als Rechtshänder nimmt man den Stift in die linke Hand, als Linkshänder in die rechte Hand. Es wird ein Wort aufgeschrieben und nach einer kurzen Zeit des Betrachtens, muss jeder die Augen für Zehn Sekunden schließen. Später werden alle Assoziationen zu dem Wort aufgeschrieben, ohne jegliche Pausen zu machen, bis ein Stoppzeichen folgt.

Danach werden verschiedene Eindrücke ausgetauscht:

  • Einem fiel es allgemein schwer, da man keine Denkpausen hatte
  • Man war überrascht, was einem alles zu einem Wort einfallen kann
  • Man hat sich woanders hinleiten lassen, was teilweise nichts mehr mit dem Begriff zu tun hat

Wie dann aufgeklärt wird, war dieses „woanders hinleiten lassen“ ein Ziel des Experiments und eine gewisse Interpretation von Lyrik, und zwar, dass nicht immer an bekannte Strukturen festgehalten werden sollte.
Auch gilt dieses Experiment als gutes Mittel, um zum Beispiel (Schreib-) Blockaden aufzulösen.
Die Idee sei einfach zu machen und sich von seinen Gefühlen leiten zu lassen.

Nach dieser Reflexion lautete der Auftrag, das bereits Aufgeschriebene vortragsfähig zu gestalten.

Hier der Vortrag von Paula zum Begriff „Einsam“:

Wasser
überall
die Dunkelheit schlingt ihre langen kalten Finger um mich
wie in einem Käfig
bin ich gefangen
in meinen eigenen Gedanken

Die Musik ist aus
aber das weiße  Rauschen dröhnt in meinen Ohren

Der Spiegel ist zerbrochen
Ich kann nicht durch die Scheibe sehen
Sie ist schwarz und weiß

Wie die Schatten die nach mir rufen
und mich zu sich zerren wollen
Ich kann ihre schreie nicht hören
nur ihr Flüstern
Tief unten
wo das Wasser meine Lungen füllt

Fazit des Experimentes ist, dass man ohne diese Technik niemals diese Gefühle hätte vermitteln können.

Des weiteren beschäftigt man sich im Unterrichts mit einem bekommenen Arbeitsblatt und bekommt 15 Minuten Zeit, um mit Hilfe dieses Blattes zu sprachlichen Bildern das Gedicht des Sitznachbarn zu analysieren.
Strukturiert wird diese Analyse mithilfe einer Tabelle.
Bis zum Ende der Stunde werden einige Ergebnisse vorgetragen und besprochen.